Kretschmann kritisch zum Beamtenstatus für Lehrer: „Eigentlich braucht es den nicht“

03. Februar 2026 , 13:56 Uhr

Baden-Württemberg (dpa/dk) – Brauchen Lehrerinnen und Lehrer wirklich den Beamtenstatus? Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat dazu eine klare Meinung – hält die Debatte aber trotzdem für wenig sinnvoll.

„Man kann das auch anders machen“

Auf die Frage, ob es den Beamtenstatus für Lehrkräfte brauche, antwortete Kretschmann in Stuttgart deutlich: „Nein, den braucht es eigentlich nicht.“ Der Grünen-Politiker erklärte, der Lehrerberuf müsse nicht zwingend als hoheitliche Aufgabe organisiert werden. Es gebe auch angestellte Lehrerinnen und Lehrer, die ihren Beruf genauso ausüben könnten. Tiefergehende Gründe für die Verbeamtung sieht Kretschmann nicht. „Man kann das auch anders machen“, sagte er.

Konkurrenz zwischen den Bundesländern

Trotz seiner grundsätzlichen Skepsis hält Kretschmann die Debatte aktuell für nicht zielführend. Der Hauptgrund sei die Konkurrenz zwischen den Bundesländern. Der Beamtenstatus sei für Lehrkräfte attraktiv, kein Land könne es sich leisten, Pädagoginnen und Pädagogen an andere Bundesländer zu verlieren.

Der Ministerpräsident, der selbst Lehrer war, verwies zudem auf frühere Versuche, auf die Verbeamtung zu verzichten. In den 1990er Jahren hatte Schleswig-Holstein unter Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) Lehrer nur noch als Angestellte eingestellt. Ab 2001 wurde dieser Kurs jedoch wieder aufgegeben und Lehrkräfte erneut verbeamtet.

Auch eine Kostenfrage

Ein weiterer Punkt sind laut Kretschmann die Kosten. Ein Abschied vom Beamtenstatus wäre teuer. „Das geben die Haushalte erstmal gar nicht her“, sagte der Regierungschef. Der Beamtenstatus sei eingeführt, funktioniere und werde deshalb beibehalten.

Grundsätzlich könne man das System zwar ändern, so Kretschmann, dann müssten aber alle Bundesländer mitziehen. Dazu fehle derzeit die Bereitschaft. „Also halte ich das für vergossene Liebesmühe, jetzt diese Debatte wieder aufzumachen. Das wird nicht zielführend sein.“

Anzeige
Beamtenstatus Lehrer Bildungspolitik Südwesten Konkurrenz Bundesländer Lehrer Kretschmann Lehrer Lehrer als Angestellte Lehrer Verbeamtung Baden-Württemberg Winfried Kretschmann Bildung

Das könnte Dich auch interessieren

03.02.2026 Kretschmann genervt über Wolfs-Debatte: „Der Wolf weiß nicht, wann Wahlkampf ist“ Baden-Württemberg (dpa/dk) - Die Diskussion um den geplanten Abschuss eines Wolfs im Nordschwarzwald wird immer emotionaler. Mahnwachen, juristische Schritte und sogar Wahlkampfvorwürfe stehen im Raum. Ministerpräsident Winfried Kretschmann zeigt sich davon irritiert – und weist die Kritik deutlich zurück. 03.02.2026 Wolf und Biber - warum die Jagd auf geschützte Tiere nicht hilft Baden-Württemberg (dpa/tk) – Im Streit um den Abschuss geschützter Arten wie Wölfe, Biber oder Saatkrähen warnen fast zwei Dutzend Forscher vor negativen Folgen für Natur und Landwirtschaft. 01.02.2026 Super Bowl 2026: Hier gibt es Public Viewings in der Region! Region (dk/svs) – Vom 8. auf den 9. Februar ist es wieder soweit - der Tag der Tage in der Footballwelt ist gekommen – der Super Bowl. Die New England Patriots treffen auf die Seattle Seahawks. Während einige ihn nur wegen der spektakulären Halbzeitshow schauen, ist es für Football Fans das Ereignis des Jahres. Das Spektakel wird am Sonntag ab 22:40 Uhr DAZN und ab 23:15 auf RTL übertragen - das Spiel beginnt offiziell um 0:30 Uhr deutscher Zeit. Und natürlich gibt es wie immer einige Public 30.01.2026 Hornisgrinde-Wolf darf vorerst nicht abgeschossen werden Baden-Württemberg (dpa/dk) - Der Abschuss eines Wolfs im Nordschwarzwald ist zunächst gestoppt. Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat entschieden, dass das Tier trotz erteilter Ausnahmegenehmigung vorläufig nicht getötet werden darf. Damit ist das Schicksal des sogenannten Hornisgrinde-Wolfs vorerst offen.