Kretschmann genervt über Wolfs-Debatte: „Der Wolf weiß nicht, wann Wahlkampf ist“

03. Februar 2026 , 13:29 Uhr

Baden-Württemberg (dpa/dk) – Die Diskussion um den geplanten Abschuss eines Wolfs im Nordschwarzwald wird immer emotionaler. Mahnwachen, juristische Schritte und sogar Wahlkampfvorwürfe stehen im Raum. Ministerpräsident Winfried Kretschmann zeigt sich davon irritiert – und weist die Kritik deutlich zurück.

„Mich erstaunt die große Emotionalität“

Der Abschuss eines Wolfsrüden auf der Hornisgrinde sorgt seit Tagen für Schlagzeilen. Am Freitag ist in Bühl sogar eine Mahnwache angekündigt, Naturschützer haben Klage gegen die Abschussgenehmigung eingereicht. Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagte dazu in Stuttgart: „Mich erstaunt die große Emotionalität dieser Debatte, das muss ich schon sagen.“

Der Wolf habe sich wiederholt Menschen genähert und sei deshalb ein Sonderfall, betonte der Regierungschef. Die geplante Entnahme diene dem unmittelbaren Menschenschutz. „Das ist kein Thema des allgemeinen Artenschutzes“, so Kretschmann.

Wahlkampfvorwurf „abwegig“

Besonders deutlich reagierte Kretschmann auf Vorwürfe, die Abschussgenehmigung des grün geführten Umweltministeriums sei ein Wahlkampfmanöver. „Der Vorwurf ist abwegig. Der Wolf weiß ja nicht, wann Wahlkampf ist – das ist doch einfach Blödsinn“, sagte er.

Der Zeitpunkt der Entscheidung habe nichts mit politischer Strategie zu tun, sondern mit der Ranzzeit. In dieser Phase seien Wölfe auf Partnersuche und könnten sich Menschen oder Hunden bis auf wenige Meter nähern.

Gericht entscheidet im Eilverfahren

Aktuell liegt der Fall beim Verwaltungsgericht Stuttgart. Naturschützer haben gegen die Abschussgenehmigung geklagt. Über den Eilantrag soll in den kommenden Tagen entschieden werden. Bis zu dieser Entscheidung darf der Wolf nicht getötet werden.

Anzeige
Abschussgenehmigung Wolf Kretschmann Wolf Naturschützer Klage Wolf Problemwolf Nordschwarzwald Verwaltungsgericht Stuttgart Wolf Wolf Hornisgrinde Wolf Ranzzeit Wolf Wahlkampf Debatte Wolfsabschuss Baden-Württemberg

Das könnte Dich auch interessieren

07.02.2026 Abschuss frühestens nächste Woche: Wolf auf der Hornisgrinde vorerst sicher Baden-Württemberg (dpa/dk) - Obwohl ein Gericht die Abschusserlaubnis bestätigt hat, wird der Wolf im Nordschwarzwald vorerst nicht gejagt. Nach Angaben des baden-württembergischen Umweltministeriums soll eine mögliche Jagd frühestens in der kommenden Woche beginnen. 30.01.2026 Hornisgrinde-Wolf darf vorerst nicht abgeschossen werden Baden-Württemberg (dpa/dk) - Der Abschuss eines Wolfs im Nordschwarzwald ist zunächst gestoppt. Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat entschieden, dass das Tier trotz erteilter Ausnahmegenehmigung vorläufig nicht getötet werden darf. Damit ist das Schicksal des sogenannten Hornisgrinde-Wolfs vorerst offen. 08.05.2026 Der NABU ruft bei der "Stunde der Gartenvögel" zum Vogelzählen auf Region (pm/dk) - Wie geht es den Vögeln in unseren Siedlungen? Wie viele gibt es? Das alles möchte der NABU auch in diesem Jahr wieder herausfinden - und ihr alle könnt jetzt am Wochenende mithelfen. Das geht ganz einfach - ihr müsst nur mitzählen, bei der „Stunde der Gartenvögel“. Von einem ruhigen Platz im Garten, Park, auf dem Balkon oder vom Zimmerfenster aus notiert ihr von jeder Vogelart die höchste Anzahl, die sich im Laufe einer Stunde gleichzeitig gezeigt hat. 22.04.2026 Sternschnuppen-Show am Nachthimmel: Wo Ihr die Lyriden besonders gut sehen könnt Baden-Württemberg (dpa/tk) - Bis zu 20 Sternschnuppen pro Stunde: Ein Meteorschwarm sorgt für ein nächtliches Himmelsschauspiel. Ein Ausflug aufs Land könnte sich lohnen.