Karlsruhe (dk) – Das echte Karlsruher Schloss ist wegen der anstehenden Sanierung noch lange für Besucher geschlossen. Doch ganz verschwinden muss es aus dem Stadtbild nicht: Im Museum am Markt entsteht derzeit eine besondere Version des Schlosses – gebaut aus rund 250.000 Klemmbausteinen. Ab dem Wochenende vom 9. Mai ist das Modell dort zu sehen.
Das Karlsruher Schloss wird in den nächsten Jahren grundlegend saniert. Für das Badische Landesmuseum stellte sich deshalb die Frage, wie diese lange Schließzeit und die geplante Neugestaltung des Museums im Inneren sichtbar gemacht werden können.
Daraus entstand die Idee, das Schloss als Klemmbaustein-Modell nachzubauen. Projektleiter Marvin Gedeck vom Badischen Landesmuseum erklärt, dass dabei nicht nur die Fassade im Mittelpunkt steht. Das Modell bekommt auch einen Blick ins Innere.
Wer um das Klemmbaustein-Schloss herumgeht, sieht eine Art Puppenhaus-Aufbau. In einer ersten Phase wird dort die Dauerausstellung nachgebildet, wie sie bis Herbst 2025 im echten Schloss zu sehen war. Später soll sich dieser Innenbereich weiterentwickeln.
Für den Bau ist unter anderem Michel Henning von Stone Heap verantwortlich. Er arbeitet seit Monaten an dem Modell. Offizieller Baustart war Ende Februar, richtig los ging es Anfang März. Seit Anfang April sei er fast täglich am Schloss beschäftigt gewesen – oft von vormittags bis spät in die Nacht.
Das Modell soll möglichst nah am Original bleiben. Dafür wurden Pläne des Schlosses genutzt, darunter Querschnitte und Grundrisse. Besonders wichtige und wiederkehrende Details, wie etwa die Fenster, wurden vorher genau geplant.
Ganz exakt lässt sich das Original aber nicht in Klemmbausteine übersetzen. Wenn ein Fenster im Modell etwas breiter wird als im Maßstab geplant, muss sich auch das Gebäudeteil daran anpassen. Wichtig bleibt: Die Anzahl und die Wirkung der Details sollen stimmen.
Im fertigen Schloss werden ungefähr 250.000 Klemmbausteine verbaut sein. Die Fassade zeigt die barocken Details des Karlsruher Schlosses. Auch der Turm soll Eindruck machen: Er ist mehr als 1,60 Meter hoch.
Marvin Gedeck sagt, das Ergebnis sei sogar besser geworden, als er es sich vorher vorgestellt habe. Besonders die Details der Schlossfassade und der Turm würden gut zur Geltung kommen. Auch die ersten Innenräume funktionieren offenbar schon: Kuratorinnen und Kuratoren hätten ihre Ausstellungsbereiche direkt wiedererkannt.
Zu sehen ist das Klemmbaustein-Schloss ab dem Wochenende vom 9. Mai im Museum am Markt in Karlsruhe. Das Museum liegt direkt am Marktplatz.
Der Eintritt ist kostenlos. Das Erdgeschoss des Museums am Markt ist als Open Space gedacht: Man kann dort auch unabhängig vom Klötzle-Schloss vorbeischauen, sich aufhalten, arbeiten oder entspannen.
Das Projekt soll die nächsten Jahre weiterlaufen und sich regelmäßig verändern. Geplant sind unter anderem Bauworkshops zu festen Terminen. Bürgerinnen und Bürger sollen mitbauen und eigene Ideen einbringen können – zum Beispiel dazu, wie Ausstellungen im Museum der Zukunft aussehen könnten.
Das große Karlsruher Schloss ist seit Herbst 2025 geschlossen. Aktuell laufen die Vorbereitungen für die Sanierung. Dass noch keine Kräne oder Bagger vor Ort stehen, hat einen Grund: Zuerst müssen rund 17.500 Exponate eingepackt werden.
Das ist aufwendiger als bei einem normalen Umzug. Die Objekte müssen aus den Vitrinen genommen, dokumentiert, begutachtet und schonend verpackt werden. Parallel laufen weitere Untersuchungen, damit die späteren Baumaßnahmen final geplant werden können.