Pforzheim (pm/dk) – Im Gasometer Pforzheim wird es jetzt pünktlich zu den Ferien noch lebendiger: Die Ausstellung zum 360°-Panorama „Amazonien – Faszination tropischer Regenwald“ ist um neue Terrarien erweitert worden. Darin leben jetzt Gespenstheuschrecken, Riesen-Schnecken und Samtschrecken.
Die begleitende Ausstellung zum 360°-Panorama „Amazonien – Faszination tropischer Regenwald“ zeigt ab sofort lebende Beispiele aus der Tierwelt. Die neuen Terrarien sollen Besucherinnen und Besuchern zeigen, wie raffiniert Tiere im Regenwald getarnt sind oder sich mit Schreckfärbung vor Feinden schützen.
Kurator Dr. Mirko Wölfling hat die Ausstellung um diese neuen Beispiele erweitert. Er ist selbstständiger Populationsökologe und seit einigen Jahren auch beratender Biologe für Künstler Yadegar Asisi und dessen Panoramen.
Mit den lebenden Tieren bekommt die Ausstellung eine neue Dynamik. Die komplexen Mechanismen im tropischen Regenwald sollen so anschaulich und direkt erlebbar werden.
Dr. Wölfling erklärt:
„Wir wollen den Besucher nicht nur zum Staunen bringen, wir wollen auch, dass mit dem Verständnis für die biologischen Zusammenhänge eine Wertschätzung für die fragilen Ökosysteme der Erde entsteht. Da war es für uns keine Frage, dass dies am besten mit den „exotischen Meister der Tarnung“, also mit lebenden Tieren geschieht“
Zu den neuen Tieren gehören Gespenstheuschrecken der Art „Wandelnde Bohne“ mit dem wissenschaftlichen Namen Diapherodes gigantea. Sie können sehr groß werden, sind aber trotzdem schwer zu entdecken.
Die Weibchen werden bis zu 20 Zentimeter lang und erinnern an die Hülse einer Bohne. Daher kommt auch der Name. Diese Form der Tarnung nennt man Mimese.
Dr. Wölfling ist sich sicher:
„Da werden Kinder mit ihren Eltern ein Suchspiel machen, wer die meisten Tiere entdeckt.“
Auch Samtschrecken sind in den neuen Terrarien zu sehen. Die Tiere der Art Peruphasma schultei sind ebenfalls gut getarnt. Werden sie aber entdeckt, können sie ihre leuchtend roten Flügel aufstellen. Damit sollen Angreifer erschreckt werden.
Wer diese Warnung im Tierreich ignoriert, muss laut Ausstellung mit einem stinkenden Sekret rechnen, das die Tiere produzieren.
Die neuen Terrarien sollen aber nicht nur Tarnung und Abwehr zeigen. Sie machen auch deutlich, was passieren kann, wenn der Mensch in komplexe Ökosysteme eingreift.
Dr. Wölfling sagt dazu:
„Wir wollen aber auch zeigen was passiert, wenn der Mensch in dieses komplexe System eingreift. Viele denken dabei an die massive Abholzung, aber das ist nicht alles. Dazu kommen noch fremde Arten, die der Mensch dorthin gebracht hat und die sich rasant ausbreiten.“
Ein Beispiel dafür sind Afrikanische Achatschnecken, wissenschaftlich Lissachatina reticulata. Die Tiere sehen faszinierend aus, können aber viele Pflanzenarten fressen, heimische Arten verdrängen und bei Massenvermehrung sogar im Straßenverkehr gefährlich werden.
Die neuen Terrarien machen die Ausstellung im Gasometer Pforzheim noch anschaulicher und lebendiger. Gerade für Familien kann der Besuch in den Pfingstferien spannend sein. Dazu gibt es auch ein Ferienprogramm im Gasometer.
Mehr Infos gibt es HIER.