Kleine Haufen, großes Problem - Ärger mit Hundekot auch in Karlsruhe und Pforzheim

29. August 2025 , 09:28 Uhr

Karlsruhe (dpa/svs) – Ihh, echt eklig. Auch wenn Hunde den Deutschen sehr lieb und teuer sind – in Hundehaufen treten mag niemand. Besitzer nehmen es mit Entsorgung aber nicht immer so genau – ein Problem, auch für die Städte Karlsruhe und Pforzheim.

Ist Hundekacke ein Problem für die Kommunen?

Niemand tritt gerne in matschige Hundehaufen – aber solange sich die Hinterlassenschaften nicht im eigenen Garten oder vor der eigenen Haustür befinden, lassen Hundehalter den Kot ihrer Lieblinge gerne auch mal liegen. Kommunen haben kaum eine Handhabe.  «Ja, der Hundekot auf den Wiesenflächen und auf Grünstreifen ist ein großes Problem», sagte eine Sprecherin der Stadt Karlsruhe. Insbesondere bei der Beetpflege und Mäharbeiten seien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Hundekot konfrontiert. Der werde dann beim Mähen breitwürfig verteilt.

Tütenspender werden ignoriert

Auch die Stadt Mannheim beklagt, dass in Parks sowie auf Parkplätzen und Gehwegen haufenweise Haufen liegen. «Obwohl in der Regel in der Nähe Hundekottütenspender aufgestellt sind und auch Papierkörbe für die Entsorgung vorhanden sind, wird das Einsammeln und richtige Entsorgen oft nicht konsequent eingehalten», formuliert es ein Stadtsprecher diplomatisch. Sprich: Der Hund verrichtet sein Geschäft und der Hundebesitzer läuft dann einfach weiter. Der Haufen – bleibt liegen.  In Pforzheim gebe es Stadtteile und Grünflächen, in denen es zu extremer Verschmutzung kommt, so eine Sprecherin der Stadt Pforzheim. Für Mitarbeitende der Stadtreinigung ist das kein Vergnügen. «Hinterlassenschaften von Hunden sind nicht angenehm zu entfernen», sagt sie.

Was sollen Hundehalter denn machen?

Mithilfe einer Plastiktüte aufsammeln und in den Mülleimer werfen natürlich. Denn Herrchen und Frauchen sind zuständig für das Aufsammeln von Hundekot – eigentlich. Da das nicht gerade optimal funktioniert, stellen viele Städte Hundekotbeutelspender auf, die es Hundebesitzern erleichtern soll, eine Tüte zur Hand zu haben. In Mannheim gibt es zum Beispiel 525 solcher Stationen, befüllt mit etwa drei Millionen Hundekottüten jährlich. In Stuttgart stehen rund 400 Beutelspender zur Verfügung, in der Stadt Pforzheim gibt es rund 300 davon in der Kernstadt, die mit mehr als 1,1 Million Tüten jährlich bestückt werden.

Wie viele Tonnen Kot fallen eigentlich an?

Schwer zu sagen – denn die schlecht riechenden Haufen wandern mit anderem Abfall in die Müllverbrennung. Wie hoch der Anteil von Hundekot am gesamten dort verbrannten Restmüll ist, können die Städte und Gemeinden eigenen Angaben zufolge nicht auseinanderklamüsern. «Es ist durchaus beträchtlich, was gut 17.000 Hunde in Stuttgart hinterlassen», sagt ein Stadtsprecher. «Kot-Spots» gebe es aber nicht mehr. «Da waren vor allem Naherholungsgebiete und landwirtschaftlich genutzte Flächen ein Problem, weswegen wir hier gezielt informiert haben.», sagte er.

Es dürfte aber ganz schön was zusammenkommen: Eine Studie der Technischen Universität (TU) Berlin aus dem Jahr 2020 hatte ergeben, dass ein Durchschnittshund über seine Durchschnittslebenszeit von 13 Jahren rund eine Tonne Kot hinterlässt – etwa 77 Kilo pro Jahr. Wenn man eine Zahl von über einer Million Hunden im Südwesten zugrundelegt, wären das Minimum über 77.000 Tonnen Hundekacke im Jahr – teils von Hundebesitzern aufgesammelt, teils in Parks liegengelassen, teils auf Wiesen vergammelnd.

Werden Kosten für Kot-Entsorgung nicht über die Hundesteuer gedeckt?

Nein, dafür ist sie nicht vorgesehen, Hundesteuer ist nicht zweckgebunden. Mit ihr wird das Halten von Hunden besteuert, aber nicht zum Beispiel die Reinigung von Straßen von Kot. Das Bundesfinanzministerium schreibt dazu: «Mit der Hundesteuer werden vornehmlich ordnungspolitische Ziele verfolgt. Sie soll zum Beispiel dazu beitragen, die Zahl der Hunde zu begrenzen.»

Werden Bußgelder erhoben?

Theoretisch schon. Praktisch aber sind die verantwortlichen Tierhalter kaum je zu ermitteln. Der Stadt Karlsruhe beispielsweise ist kein Bußgeldverfahren aus jüngerer Zeit bekannt. Die Stadt Mannheim nennt es «sehr schwierig», Hundehalter zu ertappen. Wer die Hinterlassenschaft seines Vierbeiners nicht entsorgt, bleibt also meistens unbehelligt. Wird er aber erwischt, müsste er mit einem Bußgeld von rund 100 Euro rechnen. «Hundekot ist Abfall. Abfall darf nicht einfach in die Gegend geworfen oder liegengelassen werden», so sagt es deutlich eine Sprecherin des Umweltministeriums. Der Stadt Pforzheim reicht es. Dort will man künftig verstärkt kontrollieren, um Hundehalter auf frischer Tat zu ertappen.

 

 

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