KI als Hausaufgabenhilfe? So wird KI an Schulen in Baden-Württemberg eingesetzt

08. Mai 2025 , 04:23 Uhr

Baden-Württemberg (pm/dk) – Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in Schulen ist ein viel diskutiertes Thema – und wird künftig eine wichtige Rolle im Unterricht spielen. Sandra Boser, Staatssekretärin im baden-württembergischen Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, betont im Gespräch: „Es wird Schule verändern, genauso wie es andere Bereiche auch verändert.“ Entscheidend sei, den Umgang mit KI frühzeitig zu lernen – kritisch und praxisnah.

Schulen im digitalen Wandel

Was die digitale Ausstattung in Baden-Württembergs Schulen betrifft, zeigt sich laut Boser ein heterogenes Bild – denn verantwortlich sind vor allem die Schulträger vor Ort. Dank Digitalpakt, Landesmitteln und ergänzenden Angeboten wie Klassensätzen mit Tablets, Lernmanagementsystemen oder digitalen Arbeitsplätzen für Lehrkräfte sei jedoch „an vielen Stellen schon eine sehr gute Ausstattung vorhanden.“

KI im Unterricht: Schon jetzt Realität

Wie KI im Klassenzimmer zum Einsatz kommt, ist unterschiedlich. Einige Lehrkräfte nutzen bereits jetzt Programme, um Arbeitsblätter in verschiedenen Niveaustufen zu generieren oder sich durch Korrekturhilfen unterstützen zu lassen. Auch Aufgaben oder Erklärungen lassen sich über Sprachmodelle anfertigen – wichtig sei aber die Prüfung durch die Lehrkraft.

„Nicht jedes Tool ist gleichermaßen in jedem Unterricht sinnvoll“, erklärt Boser. Deshalb gibt es Fortbildungen für Lehrkräfte – von Basiswissen bis hin zu fachspezifischen KI-Schulungen. Zur gezielten Begleitung wurde zudem das KI-Zentrum Schule gegründet: „Gemeinsam mit der Wissenschaft wird dort geschaut, wie Bildungsinhalte angepasst werden müssen und welche Tools den Unterricht wirklich bereichern.“

KI als Hausaufgabenhilfe?

Wie Schülerinnen und Schüler KI nutzen, hängt laut Boser auch vom sozialen Hintergrund ab. „Jugendliche mit einem höheren sozioökonomischen Hintergrund geben häufiger eine Nutzung an und haben weniger Hemmnisse.“ Dass KI auch für Hausaufgaben verwendet wird, sei nicht auszuschließen – allerdings betont Boser: „Das war auch schon früher so, dass nicht jeder Aufsatz von einem selber geschrieben wurde.“

Entscheidend sei der pädagogische Umgang damit: „Ein kompletter Aufsatz mit KI würde wahrscheinlich jede Lehrkraft als Täuschungsversuch nehmen.“ Wichtig bleibe also, Quellen korrekt anzugeben und im Unterricht über die Inhalte sprechen zu können.

„Weder Fluch noch Segen“

Für Boser steht fest: „Ich wünsche mir einen unaufgeregten Umgang damit.“ KI sei weder Fluch noch Segen – vielmehr ein Werkzeug, das sinnvoll eingesetzt werden könne: „Ich habe die Hoffnung, dass es im Kontext adaptiven Lernens nochmals bessere Unterstützung bietet – damit Schülerinnen und Schüler wirklich in ihrem Lernstand begleitet werden.“

Das Ziel des Landes sei es, Schulen gut zu unterstützen. „Unsere Aufgabe wird es sein, dass wir Jugendlichen und manchmal sogar schon Kindern einen guten Umgang damit geben“

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