Karlsbad (pm/dk) – Was passiert bei einem längeren Stromausfall, einem schweren Unwetter oder einer anderen Katastrophe? Genau darum geht es beim Katastrophenschutztag am heutigen Freitag in Karlsbad-Langensteinbach. Rund um die Beckerhalle zeigen Feuerwehr, Rettungsdienste, THW, Polizei und weitere Organisationen, wie Bevölkerungsschutz funktioniert – und was jeder selbst für den Ernstfall tun kann.
Der Katastrophenschutztag geht auf eine Vorgabe des baden-württembergischen Innen- und Kultusministeriums zurück. Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen sollen dabei zunächst in einem rund 90-minütigen Vortrag erfahren, was Katastrophenschutz bedeutet. Anschließend können sie die beteiligten Organisationen, Fahrzeuge und Ausrüstung direkt vor Ort kennenlernen.
Michael Schwall von der Feuerwehr Malsch erklärt den Grundgedanken so: „Eine Katastrophe ist im Prinzip eine Lage, die mit den örtlich vorhandenen Mitteln so nicht mehr zu bewältigen ist, wo das Zusammenwirken aller Organisationen und Einheiten im Katastrophenschutz notwendig wird.“
Das können beispielsweise schwere Unwetter, Hochwasser oder ein länger andauernder, großflächiger Stromausfall sein.
Beim Katastrophenschutztag soll das gesamte Spektrum des Bevölkerungsschutzes sichtbar werden. Erwartet werden unter anderem Feuerwehr, THW, Polizei, Bundeswehr sowie verschiedene Hilfsorganisationen wie Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdienst und der Arbeiter-Samariter-Bund.
Insgesamt sollen laut Schwall rund 80 Helferinnen und Helfer beteiligt sein. Der Großteil von ihnen arbeitet ehrenamtlich.
Auch die DLRG ist mit Fahrzeug, Anhänger und Boot dabei. Gezeigt werden sollen außerdem Drohnen und Unterwasserroboter. Die Feuerwehren bringen verschiedene Einsatzfahrzeuge mit, während die Hilfsorganisationen eigene Mitmachstände anbieten. In einem Rettungswagen wird beispielsweise gezeigt, wie ein Patient realitätsnah versorgt wird.
Anschauen allein ist beim Katastrophenschutztag nicht alles. Viele Angebote können selbst ausprobiert werden.
Das Bevölkerungsschutzmobil des Landes Baden-Württemberg bringt verschiedene Stationen mit. Dazu gehört ein 3D-Simulator, bei dem mit einer VR-Brille Feuer gelöscht werden kann. Außerdem gibt es eine Erste-Hilfe-Station mit Reanimationspuppe.
Beim THW können unter anderem hydraulische Rettungsgeräte ausprobiert werden.
Der Katastrophenschutztag findet in diesem Jahr am 09. Oktober statt. Am Vormittag richtet sich die Veranstaltung zunächst an Schulklassen aus dem südlichen Landkreis Karlsruhe. Sie starten bereits um 8 Uhr.
Ab etwa 12:30 Uhr bis 16 Uhr öffnet der Katastrophenschutztag dann für die gesamte Bevölkerung. Veranstaltungsort ist Karlsbad-Langensteinbach rund um die Beckerhalle.
Ein zentrales Ziel des Tages ist nicht nur, Nachwuchs für Jugendorganisationen zu gewinnen. Vor allem soll das Thema Selbstvorsorge wieder stärker ins Bewusstsein rücken.
„Der eigentliche Gedanke, das eigentliche Ziel ist es, das Thema Katastrophenschutz bzw auch Bevölkerungsschutz wieder zu den Leuten nach Hause zu bringen, die die Resilienz, die Selbstversorgung zu stärken“, erklärt Schwall.
Gerade bei einem flächendeckenden Stromausfall könne schnell vieles nicht mehr funktionieren. Supermärkte könnten geschlossen sein, Tankstellen ausfallen und auch Fahrten in andere Orte wären dadurch schwieriger.
Schwall empfiehlt, sich zumindest für einige Tage selbst versorgen zu können. Dazu gehören ein kleiner Vorrat an Lebensmitteln und Wasser sowie einige grundlegende Dinge für den Haushalt.
Besonders wichtig seien:
Beim Wasser nennt Schwall als Orientierung mindestens drei Liter pro Person und Tag für etwa fünf Tage. „Wenn man das hochrechnet, wäre das, sagen wir mal zwei Kisten Sprudel pro Person, die immer in Reserve sein sollten.“
Weitere Informationen zur persönlichen Vorsorge gibt es unter anderem beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Entsprechendes Informationsmaterial soll auch beim Katastrophenschutztag ausliegen.