Karlsruher Zoo-Chef: Nach Krefelder Feuerunglück Brandschutz überdenken

04. Januar 2020 , 17:15 Uhr

Karlsruhe (dpa/ass) Wie sicher sind Tiere im Zoo? Nach dem Feuer in einem Krefelder Affenhaus sollten Tierparks aus Sicht des Karlsruher Zoo-Chefs ihre Brandschutzmaßnahmen anpassen. An der Affenhaltung an sich zweifelt er jedoch nicht.

Mehr Brandschutz in Zoos

In der Silvesternacht waren im Krefelder Zoo mehr als 30 Tiere bei einem Feuer ums Leben gekommen, darunter mehrere Menschenaffen. Laut dem Zoo-Direktor Matthias Reinschmidt müsse das Thema noch mal differenzierter angegangen werden. Eine Möglichkeit sei die Installation neuer Feuermelder, die bei plötzlichen Temperaturschwankungen anschlagen. Außerdem könnten mehr Kontrollgänge helfen. Zudem würden kombinierte Innen- und Außengehege, bei denen Tiere Tag und Nacht raus können, mehr Sicherheit schaffen. Speziell an Silvester könnte auch eine Art Sicherheitszone um Zoos Tiere besser schützen, meinte er. 

Staubhaltige Luft sorgt für Feueralarm

Effektiver Brandschutz in Zoos ist Reinschmidt zufolge ein „Balanceakt“: Zwar sei eine naturnahe Gestaltung mit Laub und Bäumen schöner als eine kahle Betonlandschaft. Dass es dabei aber mehr Probleme mit dem Brandschutz geben kann, zeigt das Beispiel des nach einem Brand vor fast zehn Jahren neu aufgebauten Karlsruher Streichelzoos: Die dort installierten Rauchmelder wurden nach Rücksprache mit der Feuerwehr abgeschaltet, weil sie wegen der staubhaltigen Luft mit viel Stroh und Heu ständig anschlugen. Eine neue Brandschutzanlage haben die Karlsruher im Exotenhaus. Dort leben auchfünf Affenarten. Trotz der feuchten Luft gibt es auch hier Fehlalarme.

Mehr Affenhaltung 

Der Brand in Krefeld dürfe kein Anlass sein die Affenhaltung in Zoos infrage zu stellen: „Wir sehen uns als Zentren der Arterhaltung“, betonte der Zoo-Chef. Gerade für vom Aussterben bedrohte Affenarten wie Orang-Utans brauche man jeden verfügbaren Platz. Von ehemals rund einer Million Orang-Utans auf der Erde gebe es inzwischen nur noch 50. 000 in der freien Natur – auch weil immer mehr Wälder abgeholzt werden. Derzeit leben ihm zufolge 1200 Orang-Utans in Zoos. Um die genetische Vielfalt zu sichern, sollten es nach seiner Meinung noch mehr sein. „Es ist deshalb indiskutabel, mit der Menschenaffenhaltung in Zoos aufzuhören.“

 

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