Karlsruhe/Schwarzwald (dpa/dk) – Sie kommen aus Karlsruhe und leisten im Nationalpark Schwarzwald wichtige Naturschutzarbeit: Konikpferde aus einem gemeinsamen Projekt mit dem Zoo Karlsruhe weiden seit wenigen Wochen wieder auf den Heideflächen im Nationalpark. Dort halten sie die traditionellen Bergweiden frei und helfen so der Artenvielfalt.
In den warmen Monaten ziehen die grauen Ponys in den Nationalpark Schwarzwald. Bis Ende November bleiben sie dort und fressen die Vegetation auf den Heideflächen ab.
Die Tiere sind Teil eines gemeinsamen Projekts des Nationalparks mit dem Zoo Karlsruhe. Bereits seit 2020 verbringen die Konikpferde die wärmeren Monate im Schwarzwald. Den Winter verbringen sie im Naturschutzgebiet Talebuckel bei Offenburg.
Die Bergweiden im Nationalpark wurden bereits im Mittelalter angelegt. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts werden sie aber nicht mehr landwirtschaftlich genutzt.
Ohne die Konikpferde würden diese Flächen zuwachsen. Durch das Abweiden entstehen kleine Lebensräume, die für Vögel und Insekten wichtig sind.
Der Einsatz der Ponys zeigt Wirkung. Laut Nationalpark nimmt die Biodiversität auf den Flächen zu.
Thomas Gamio, der im Nationalpark Schwarzwald für die Weidetierhaltung zuständig ist, sagt dazu: „Wir merken die Auswirkungen unserer Weidetiere an der Zunahme der Biodiversität: Es gibt mehr Rote-Liste-Arten und auch Arten, die es vorher nicht gab“.
Und weiter: „Wenn die Pferde am Ende der Saison einen sogenannten Golfrasen hinterlassen, sind unsere Biologen glücklich – und ich stolz auf unsere Tiere.“
Mittlerweile gibt es zwei Herden mit insgesamt 21 Tieren. Sie weiden an den Standorten Zollstock/Hilseneck sowie am Schurkopf nahe des Schliffkopfs.
Konikpferde gelten als genügsam, robust und sehr geländesicher. Deshalb werden sie seit vielen Jahren in Beweidungsprojekten für den Naturschutz eingesetzt.
Das Konikpferd ist eine ursprüngliche Landrasse aus Polen. Es ähnelt den früher in Europa heimischen Wildpferden.
Typisch für die Tiere sind ihre mausgraue Färbung, die dunkle Mähne und Zebrastreifen an den Fesseln. Für Besucherinnen und Besucher des Nationalparks sind die Ponys außerdem ein beliebter Anblick.