Karlsruher Klinikdirektor befürwortet mögliche Lockerungen

14. Mai 2021 , 16:33 Uhr

Karlsruhe (ass) – In einigen südwestlichen Regionen stehen bald Öffnungen an. Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz weiterhin unter 100 liegt, könnte das auch in Karlsruhe der Fall sein. Martin Bentz, der Klinikdirektor der Medizinischen Klinik IIIzeigt sich optimistisch, dass die Zahlen in der Fächerstadt weiterhin stabil bleiben werden. Wie die aktuelle Lage in der Klinik ist, wie die Impfungen seiner Meinung nach voranschreiten werden und was er von den Öffnungsstufen hält, hat er im Interview mit „der neuen welle“ erzählt. 

„Ich bin zuversichtlich.“

Warum die Corona-Zahlen derzeit in Karlsruhe noch über 100 liegen, kann laut Bentz niemand so genau sagen, doch er zeigt sich hoffnungsvoll: „Aktuell gibt es zwei Ausbrüche, einer mit 40 Fällen und einer mit 20 Fällen, hier in Karlsruhe. Das haut natürlich erstmal rein und verschlechtert so den regulären Abfalltrend. Aber ich bin zuversichtlich, dass in den nächsten ein bis zwei Wochen oder schon in den nächsten Tagen wir auch in Karlsruhe unter die 100 kommen werden.“ 

Kein großer Impf-Dämpfer laut Bentz in Sicht

Immer mehr Menschen in der Region sind inzwischen impfberechtigt, stehen auf der Warteliste oder können sich anmelden. Doch aktuell wird der Impfstoff etwas knapp und die Impfungen könnten wieder etwas zurückgehen. Der Klinikdirektor sieht allerdings keinen Grund zur Sorge: „Im Moment werden ja oft eine Million Impfungen pro Tag durchgeführt. Ich weiß nicht, um wie viel sich das jetzt reduzieren wird. Aber im Juni sind die Lieferungen wieder gesichert, so wie ich das gehört habe.  Ich glaube nicht, dass es einen großen Dämpfer geben wird. Ich denke, wir werden in einem guten Tempo weiter impfen können.“

„Es ist immer noch ein hoher Druck.“

„Es ist immer noch ein hoher Druck, weil die Intensivstation nach wie vor stark belastet ist. Wir haben ja 14 Betten für die Covid-Intensiv-Station, die wir nach wie vor betreiben. Wir hatten auch diese Woche überwiegend eine Belegung von 13 oder 14 Patienten. Heute sind es elf Patienten, aber so wie die Vorhersagen aussehen, werden wir diese hohe Kapazität noch ein bis zwei Wochen benötigen. Und das ist personell für uns die stärkste Belastung“, erklärt der Direktor. Doch im Bereich der Normalstation entwickelt sich laut des Klinikdirektors eine gewisse Entspannung. Dort sind die Zahlen in den letzten zwei Wochen auf etwa ein Drittel gesunken, sodass ab heute oder Anfang nächster Woche von zweieinhalb Stationen wieder auf zwei Stationen reduziert werden kann. 

Höhere Nachfrage in der Notfallaufnahme

Es ist aktuell ein Anstieg von Notfallpatienten in der Karlsruher Klinik zu beobachten, auch mit einem höheren Anteil an kranken und schwerkranken Patienten. Der Klinikdirektor und das Personal erklären sich diesen Anstieg dadurch, „dass das Patienten sind, die ihre Symptome über eine ganze Zeit vor sich hergeschoben haben, und wenn es dann eben nicht mehr geht doch den Weg in die Klinik finden.“

Öffnungsschritte aufgrund von Bundesnotbremse möglich

Die möglichen Öffnungen befürwortet der Klinikdirektor. Er ist der Meinung, dass nach dem Bruch der dritten Welle keine ganz starken Einschränkungen mehr vor der Gesellschaft zu rechtfertigen sind. Doch ganz ohne Einschränkungen gehe es laut ihm noch nicht. „Öffnungen in gewissem Maße, wie es jetzt vorgesehen ist, halte ich persönlich für vertretbar, insbesondere weil wir ja ein Gesetz haben, was ab einer Inzidenz von 100 wieder greift. Und da finde ich auch ganz gut, dass da dann die regionalen Begebenheiten eben berücksichtigt werden“, erzählt der Direktor im Gespräch mit der neuen welle.

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