Karlsruhe: Staatsanwalt beantragt neun Jahre Haft für dm-Erpresser

25. März 2023 , 13:28 Uhr

Karlsruhe (dpa/jb) – Nach Ostern will das Karlsruher Landgericht das Urteil um den Mann sprechen, der von der Drogeriekette dm mehrere Hunderttausend Euro in Bitcoin erpresst und einen Sprengsatz in einer der Filialen gezündet hat.

Urteil am 14. April

Im Karlsruher Prozess um einen Mann, der von der Drogeriemarktkette dm mehrere Hunderttausend Euro in der Kryptowährung Bitcoin erpresst hat, hat die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von neun Jahren beantragt. Das teilte ein Sprecher der Anklagebehörde am Freitag mit. Der Verteidiger plädierte auf ein «mildes Urteil», ohne ein konkretes Strafmaß zu nennen. Das Karlsruher Landgericht will das Urteil nach Ostern sprechen, voraussichtlich am 14. April um 11.00 Uhr.

Motiv des Erpressers

Zum Prozessauftakt am Donnerstag hatte der Angeklagte zugegeben, von der Drogeriemarktkette im September 2019 rund eine halbe Million Euro in der Kryptowährung Bitcoin erpresst zu haben. Sein Motiv: Er habe nach wiederholtem Burnout als Pfleger nicht mehr arbeiten und sich bis zur Rente ein Auskommen sichern wollen.

Sprengsatz für «Unordnung» im Laden

Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, hatte er in einer Freiburger dm-Filiale beim Katzenfutter einen Sprengsatz gezündet. Es entstand ein Schaden von 20 000 Euro. Verletzt wurde niemand. Der selbstgebastelte Sprengsatz mit Zeitzünder ging außerhalb der Geschäftszeit hoch. «Ich wollte keinen Menschen schädigen», beteuerte der Angeklagte vor Gericht. Er habe aber möglichst viel «Unordnung» in dem Laden schaffen wollen, damit seine Forderung ernst genommen würde. (Az.: 3 KLs 630 Js 46841/21)

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 53 Jahre alten Deutschen unter anderem besonders schwere räuberische Erpressung und Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion vor.

Verschleierungsversuche erfolglos

Trotz Verschleierungsmaßnahmen konnten Fahnder mit Hilfe eines Experten für Kryptowährungen die digitale Spur der erpressten Bitcoins zurückverfolgen. Dank weiterer Hinweise wurde der 53-Jährige schließlich als Verdächtiger identifiziert und festgenommen. Im vergangenen Sommer durchsuchten Schweizer Ermittler das dortige Wohnhaus. Dabei waren Beweismittel wie explosive Stoffe und Schusswaffen sichergestellt worden. Der Mann sitzt seit Ende Juli vergangenen Jahres in Untersuchungshaft.

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