Karlsruhe (pm/dk) – Leiser, ohne Dieselabgase und inzwischen im Alltag erprobt: Das Team Sauberes Karlsruhe setzt bei der Abfallsammlung verstärkt auf batterieelektrische Fahrzeuge. Die Erfahrungen aus dem ersten Betriebsjahr fallen nach Angaben der Stadt positiv aus – und weitere Fahrzeugtypen sollen folgen.
Abfallsammelfahrzeuge müssen im Stadtverkehr besonders viel leisten: kurze Strecken, häufiges Anhalten und ständiges Anfahren gehören zum Alltag.
Nach Angaben der Stadt haben sich die elektrischen Fahrzeuge dabei bewährt. Am Ende der Touren sei noch ausreichend Batteriekapazität vorhanden. Auch die Fahrerinnen und Fahrer bewerten vor allem die gute Steuerbarkeit und das ruhige Fahrverhalten positiv.
Erste Bürgermeisterin Bettina Lisbach sagt: „Die Erfahrungen aus dem ersten Jahr zeigen, dass der elektrische Antrieb auch bei der Abfallsammlung sehr gut funktioniert.“
Für die Beschäftigten bringen die Elektrofahrzeuge laut Stadt mehrere Vorteile mit sich.
Sie verursachen weniger Lärm und Vibrationen und es gibt keinen Dieselgeruch. Außerdem stoßen die Fahrzeuge während der Fahrt keine Abgase aus – ein Vorteil vor allem in Wohngebieten.
Ein elektrisches Abfallsammelfahrzeug kann je nach Einsatz rund 23 Tonnen CO₂ pro Jahr einsparen.
Für die insgesamt 18 elektrischen Abfallsammelfahrzeuge rechnet die Stadt mit einer jährlichen Einsparung von rund 280.000 Litern Diesel.
Je nach Dieselpreis entspricht das einer errechneten Bruttoeinsparung bei den Kraftstoffkosten von etwa 436.000 bis 602.000 Euro pro Jahr.
Dem steht ein Stromverbrauch von rund 359.000 Kilowattstunden jährlich gegenüber. Bei einem Strompreis von 0,152 Euro netto pro Kilowattstunde entstehen dafür Kosten von rund 54.600 Euro pro Jahr.
Der städtische Kernfuhrpark umfasst insgesamt 615 Fahrzeuge.
Die Zahl der rein batterieelektrischen Fahrzeuge ist von 30 im Jahr 2020 auf inzwischen 107 gestiegen. Zusammen mit Plug-in-Hybriden liegt der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge bei rund 18 Prozent.
Seit 2020 verbraucht der städtische Fuhrpark rund 19,5 Prozent weniger Diesel. Die CO₂-Emissionen im operativen Betrieb lagen 2025 etwa 15 Prozent unter dem Wert von 2020.
Damit die schweren Nutzfahrzeuge zuverlässig eingesetzt werden können, muss auch die Ladeinfrastruktur wachsen.
In mehr als 20 städtischen Liegenschaften gibt es inzwischen Ladepunkte. Beim Team Sauberes Karlsruhe soll die Infrastruktur speziell für schwere Nutzfahrzeuge weiter ausgebaut werden.
Künftig soll zudem ein Teil des Stroms selbst produziert werden. Auf dem Dach der Salzlagerhalle des TSK entsteht eine Photovoltaikanlage, die im Frühjahr 2027 fertiggestellt werden soll.
Karlsruhe will den städtischen Fuhrpark bis 2035 weitgehend auf alternative Antriebe umstellen. Nur eine kleine Reserve für Notfälle soll davon ausgenommen bleiben.
Als nächste Fahrzeugtypen stehen unter anderem Kehrmaschinen im Fokus. Auch bei Kanalreinigungsfahrzeugen wird geprüft, ob batterieelektrische Fahrgestelle eingesetzt werden können.
Bei Winterdienstfahrzeugen und Spezialmaschinen soll jeweils geprüft werden, ob der elektrische Antrieb den Anforderungen im Alltag standhält.