(Partner) – Mehr als 130 Vertreter aus den Bereichen Wirtschaft, Bildung und Verwaltung haben am 29. Juli 2025 im ZKM Karlsruhe darüber diskutiert, wie es möglich ist, internationale Fachkräfte zu gewinnen. Im Mittelpunkt stand eine vielversprechende Partnerschaft, die zwischen dem indischen Bundesstaat Maharashtra und Baden-Württemberg geschlossen wurde. Das Motto der Partnerschaft: „Talent-Transfer mit Zukunft“.
Sieht man sich die aktuellen Prognosen an, so könnten bis zum Jahr 2035 um die 860.000 Fachkräfte in Baden-Württemberg fehlen. Genau deshalb haben das Welcome Center der Technologie Karlsruhe – TRK – und die städtische Wirtschaftsförderung zu einem Austausch eingeladen. Das Ziel dieses Zusammentreffens? Man will die Region zum Dreh- und Angelpunkt für internationale Talente etablieren.
Tatsächlich werden immer wieder Fachkräfte benötigt – vor allem, wenn man sich mit neuen Technologien und deren Einsatz auseinandersetzt. Vor allem in den Bereichen Gaming und Software werden immer mehr Stellen frei, die von hochkarätigen Mitarbeitern besetzt werden sollen. Ein gutes Beispiel mag hier die Online Glücksspielbranche sein. So gibt es hier nicht nur jene Mitarbeiter, die die Plattform programmieren, sondern auch Jobs im Bereich der Spielherstellung. Aber auch bei den Zahlungsmethoden gab es über die Jahre starke Veränderungen, sodass auch hier Fachkräfte benötigt werden. So ist die Zahl der Revolut Casinos für deutsche Nutzer stark gestiegen. Ein Zahlungsanbieter, der auch von seinen Fachkräften abhängig ist. Genauso wie Baden-Württemberg davon abhängig ist, daher will man jetzt schon gegensteuern. „Die Zusammenarbeit mit Maharashtra ist ein wichtiger Baustein, um dem Fachkräftemangel nachhaltig zu begegnen“, so Michael Kleiner, der Ministerialdirektor vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium.
Mit der Partnerschaft können neue Wege entstehen, um eine gezielte Arbeitsmigration zu schaffen. Auch werden die Städte Pune und Karlsruhe als Innovationszentren enger zusammenrücken können. Großes Potenzial sieht auch Dr. Frank Mentrup, Karlsruhes Oberbürgermeister. Er ist auch Vorsitzender des India Boards Karlsruhe. „Indien ist für uns ein strategischer Partner – sowohl wegen des Potenzials an Talenten, als auch wegen der gewachsenen Beziehungen, die wir als Stadt und Region seit vielen Jahren pflegen und so voneinander lernen“, so Mentrup.
Die Teilnehmer der Konferenz vom 29. Juli 2025 haben in fünf interaktiven Fokusgruppen darüber diskutiert, welche branchenspezifischen Herausforderungen auf sie zukommen werden. Das beginnt etwa bei der Pflege und geht über das Handwerk bis zum Bereich der IT. Immer wieder wurde dabei auf ein Beispiel aus dem südbadischen Fleischerhandwerk verwiesen: Erstmals war es möglich, hier Auszubildende aus Indien zu integrieren.
Die Leiterin des Welcome Centers TRK, Petra Bender, hat am Ende ein positives Fazit gezogen: „Diese Veranstaltung war ein Katalysator für neue Kooperationen und das Vertiefen von Netzwerken. Heute war ein nächster Schritt, um die TechnologieRegion Karlsruhe als Drehscheibe für globales Talentmanagement gemeinsam mit Unternehmen und Partnern aus Wissenschaft und Verwaltung zu etablieren.“
Dass das Welcome Center der TechnologieRegion Karlsruhe eine zentrale Rolle spielen wird, ist bekannt. Schließlich unterstützt es unter anderem Unternehmen, wenn es um die Gewinnung und auch die Integration ausländischer Fachkräfte geht. Zudem werden die Zugewanderten auch dabei unterstützt, wenn es sich um Fragen zum Berufseinstieg handelt oder auch um den Aufenthalt und das Leben in Deutschland.
Die TRK ist ein Zusammenschluss aus 35 Gesellschaften. So finden sich hier Städte, Kammern, Landkreise sowie Unternehmen wie EnBW oder auch SEW-Eurodrive oder GRENKE. Aber auch Wissenschaftseinrichtungen wie das KIT gehören dazu. Der Zusammenschluss soll am Ende dazu führen, dass die Region zukunftsfest gemacht wird und der aktuell prognostizierte Fachkräftemangel nicht eintrifft.