Karlsruhe: Erhöhte Nachfrage beim Brennholz

14. November 2022 , 14:50 Uhr

Karlsruhe (pm/mt) – Besonders betroffen durch die derzeitigen Preissteigerungen sind die fossilen Energieträger: Die Preise für Gas und Öl sind auf Rekordniveau, dazu kommt allgemeine Verunsicherung, wie viel Gas im Winter überhaupt verfügbar sein wird. In dieser Situation suchen viele nach einer günstigeren und verlässlichen Alternative.

Stark erhöhte Nachfrage

„Die Energiekrise sorgt zurzeit für eine sehr stark erhöhte Nachfrage beim Brennholz“, berichtet Dr. Stefan Wilhelm, Leiter des Forstamtes der Stadt Karlsruhe. Die große Nachfrage trifft auf einen durch Trockenheit, Hitze und Folgekrankheiten geschädigten Wald. Im Stadtwald konzentriert sich die Holzernte auf Bäume in geschädigten Waldbereichen, wie zum Beispiel in Gefahrenbereichen entlang von Straßen oder Bahnlinien.

Einschlag gesunder Bäume verringert

Um den Wald bei all den Schäden nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen, wurde der Einschlag von gesunden Bäumen verringert. Brennholz ist meist ein Nebenprodukt aus regulären forstlichen Pflegemaßnahmen. Ausschließlich Kronenholz oder schwache Stämme finden Verwendung als Brennholz, hochwertiges Stammholz ist für die stoffliche Verwendung, z.B. für die Möbelproduktion und für die damit langfristige CO2- Speicherung vorgesehen. Die sehr hohe Brennholznachfrage steht damit einem reduzierten Angebot gegenüber.

Bestellmöglichkeit beendet

Für diese Jahr ist auf Grund der hohen Nachfrage die Bestellmöglichkeit für Brennholz aus dem heimischen Karlsruher Stadtwald bereits beendet. Das Forstamt bittet, von Nachfragen abzusehen. Die Bestellung von Brennholz erfolgt für die nächste Holzerntesaison (Oktober 2023 bis März 2024) ausschließlich ab September 2023 über ein Online-Formular.

Abgabemenge begrenzt

Die Abgabemenge pro Haushalt war aufgrund der hohen Nachfrage dieses Jahr begrenzt. Die Bearbeitung der eingegangenen Bestellungen richtete sich nach deren Eingang, Ortsansässige und Stammkunden hatten hierbei Vorrang. Die Voraussetzungen für das Aufarbeiten im Wald sind ein Motorsägenschein und die Einhaltung der geltenden Unfallverhütungsvorschriften. Dazu gehört unter anderem das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung.

Holz als Brennstoff: Das gilt es zu beachten

Holz sollte ausschließlich in trockenem Zustand verbrannt werden, sonst kann der Wirkungsgrad bei der Verbrennung stark verringert sein. Bei feuchtem Holz ist deutlich mehr Energie notwendig, um das noch enthaltene Wasser zu verdampfen, zudem findet nur eine unvollständige Verbrennung statt. Dies hat auch negative Auswirkungen auf die Luftqualität der Umgebung: Feinstaubbelastung und Kohlendioxid-Konzentration steigen. Je nach Holzart dauert das Trocknen bis zu drei Jahre.

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