Juli-Regen bringt kaum Entlastung fürs Grundwasser im Südwesten

01. August 2025 , 13:27 Uhr

Baden-Württemberg (dpa/dk) – Der viele Regen im Juli hat den Menschen im Südwesten zwar nasse Füße, aber kaum mehr Grundwasser beschert. Wie aus dem aktuellen Bericht der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) hervorgeht, sind die Grundwasserverhältnisse Anfang August weiter unterdurchschnittlich – trotz der kräftigen Niederschläge in den vergangenen Wochen.

Kaum Anstieg trotz Starkregen

Laut LUBW haben sich die massiven Regenfälle der letzten Juli-Tage bislang nur vereinzelt bemerkbar gemacht. Nur an Quellen und gewässernahen Messstellen seien kleinere Anstiege beobachtet worden. An jeder sechsten Messstelle im Land – insbesondere in Oberschwaben – liegt der Grundwasserstand auf niedrigem Niveau. Und: Die Experten erwarten in den kommenden Wochen sogar weitere Rückgänge.

Zwar könnte es durch die verzögerte Versickerung des Regenwassers noch zu einer Stabilisierung der Situation in den ersten Augustwochen kommen, doch ein nachhaltiger Effekt ist laut den Fachleuten bislang nicht eingetreten. Besonders problematisch sei, dass das Frühjahr sehr trocken war – mit Folgen, die sich noch lange zeigen werden.

Keine Engpässe bei der Trinkwasserversorgung

Trotz der angespannten Grundwasserlage gibt die LUBW vorsichtig Entwarnung: Großräumige Engpässe bei der Wasserversorgung seien aktuell nicht zu befürchten. Rund 70 bis 75 Prozent des Trinkwassers in Baden-Württemberg stammen aus Grund- und Quellwasser. Die Versorgungssicherheit sei weiter gewährleistet, so die Behörde.

Oberflächengewässer kurzfristig entlastet

Anders sieht es bei Flüssen und Seen aus: Die Niedrigwasserlage ist dort vorerst beendet, so das Niedrigwasser-Informationszentrum Baden-Württemberg. Doch die Entspannung könnte nur kurzfristig sein. Wenn der Regen erneut ausbleibt, könnten die Wasserstände rasch wieder auf Niedrigwasserniveau sinken.

Für eine dauerhafte Entlastung sei ein mittlerer August-Niederschlag von rund 94 Litern pro Quadratmeter notwendig. Zum Vergleich: Im Juli hatte der Deutsche Wetterdienst landesweit 130 Liter pro Quadratmeter gemessen.dis

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