Karlsruhe (dpa/dk) – Nach Ausschreitungen bei großen Jugendprotesten in Frankreich und Italien schaut die Polizei auch in Baden-Württemberg genau hin. Für den 31. Oktober sind Kundgebungen der Initiative „Gen Z steht auf“ angekündigt – unter anderem in Karlsruhe. Innenminister Manuel Hagel warnt vor möglichen gewalttätigen Entwicklungen.
Die Initiative „Gen Z steht auf“ ruft bundesweit zu Kundgebungen in 21 Städten auf. In Baden-Württemberg sind unter anderem Karlsruhe, Stuttgart und Freiburg dabei.
Die Organisatoren nennen als Forderungen unter anderem bessere Bildung, bezahlbares Leben und die Ablehnung einer Wehrpflicht.
Mitinitiator Akram Selo betont, dass die Proteste friedlich bleiben sollen: „Wir distanzieren uns klar von jeglicher Art von Gewalt.“
Die Protestaufrufe haben sich in den vergangenen Tagen vor allem über soziale Medien verbreitet.
Die Sicherheitsbehörden beobachten die Mobilisierung nach eigenen Angaben aufmerksam. Hintergrund ist die Sorge, dass gewaltbereite Gruppen die angekündigten Proteste für eigene Zwecke nutzen könnten.
Innenminister Manuel Hagel kündigte im Landtag an, dass sich die Polizei intensiv vorbereite.
„Für diesen gewaltbereiten Mob ist Baden-Württemberg der falsche Ort“, sagte Hagel. „Wir werden mit aller Härte des Rechtsstaats zurückschlagen.“
Auslöser für die Warnungen sind die jüngsten Proteste in Frankreich und Italien.
In Frankreich hatten nach Behördenangaben am vergangenen Wochenende mehr als 500.000 Menschen überwiegend friedlich demonstriert. Die Gewerkschaft CGT sprach von 800.000 Teilnehmern. Die Proteste wurden allerdings von Ausschreitungen gewaltbereiter Randalierer überschattet.
Auch aus Bayern kamen Warnungen vor ähnlichen Entwicklungen in Deutschland.
Für Karlsruhe bedeutet das: Die Stadt gehört zu den Orten, in denen die Initiative am 31. Oktober zu Protesten aufruft.
Wie groß die Beteiligung ausfallen wird und ob es konkrete Sicherheitsmaßnahmen vor Ort geben wird, geht aus den bisherigen Angaben noch nicht hervor.