Verkehrsunfallstatistik 2025

Insgesamt weniger Unfälle, weniger Verkehrstote - aber mehr Verletzte

17. Februar 2026 , 07:02 Uhr

Karlsruhe (pol/tk) – Auch 2025 zeigt die Verkehrsunfallbilanz im Stadt- und Landkreis Karlsruhe: Die Polizei ist täglich gefordert. Im Durchschnitt nahmen die Beamtinnen und Beamten alle 24 Minuten einen Verkehrsunfall auf – das entspricht rund 60 Unfällen pro Tag. Insgesamt registrierte das Polizeipräsidium Karlsruhe 22.306 Verkehrsunfälle. Damit ging die Gesamtzahl gegenüber dem Vorjahr um 177 Fälle (rund 0,8 Prozent) zurück.

Weniger Unfälle, aber mehr Verletzte

Gleichzeitig stieg die Zahl der Unfälle mit Personenschäden um etwa 5 Prozent auf 2.358 Fälle. Im Zehnjahresvergleich stellt die Zahl der Schwerverletzten den zweitniedrigsten Wert dar. Zwar ist gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von 320 auf 350 Fälle (rund neun Prozent) zu verzeichnen, dennoch bedeutet dieser Wert im Vergleich zu 2016 einen Rückgang um etwa 40 Prozent.

Weniger Verkehrstote

Auch bei den Verkehrstoten zeigt sich eine rückläufige Entwicklung: Im Jahr 2025 verloren im Stadt- und Landkreis Karlsruhe 21 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben – vier weniger als im Vorjahr.

Die Entwicklung ist regional unterschiedlich: Im Stadtgebiet Karlsruhe stieg die Zahl der Unfälle mit Personenschäden um rund 2 Prozent. Zu begrüßen ist dabei die Verschiebung innerhalb der Unfallfolgen: Mehr Leichtverletzte, jedoch weniger Getötete und Schwerverletzte.

Im Landkreis Karlsruhe nahmen Unfälle mit Personenschäden in allen Bereichen zu. Insgesamt lag der Anstieg bei rund 11 Prozent. Zu den häufigsten Ursachen bei Verkehrsunfällen mit Personenschäden gehörten unzureichender Abstand, gefolgt von Vorfahrts- und Vorrangsverletzungen. Bei tödlichen Unfällen spielten neben Vorfahrts- und Vorrangsverletzungen auch die Thematik Geschwindigkeit eine entscheidende Rolle.

Rainer Emig, Leiter der Verkehrspolizeiinspektion, betont: „Der beinahe 40-prozentige Rückgang der Schwerverletzten in den vergangenen zehn Jahren zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Auf diesem Erfolg wollen wir uns allerdings nicht ausruhen. Wir werden daher weiterhin konsequent die Einhaltung von Geschwindigkeit und Abstand im Straßenverkehr überwachen sowie die verbotene Handynutzung verfolgen.“

Unfälle mit Fahrrädern, Pedelecs und Elektrokleinstfahrzeugen

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Fahrradbeteiligung (einschließlich Pedelecs) stieg von 960 auf 1.020 Fälle (plus rund 6 Prozent). Während die Zahl der Schwerverletzten leicht von 110 auf 107 sank, ging auch die Zahl der getöteten Radfahrenden von 8 auf 6 zurück. Demgegenüber erhöhte sich die Zahl der Leichtverletzten um etwa 6 Prozent.

Bei Pedelecs zeigte sich ein ähnliches Bild: Die Zahl der Schwerverletzten sank von 46 auf 35, die Zahl der tödlich Verletzten ging von 5 auf 2 zurück. Gleichzeitig stiegen die Fälle mit Leichtverletzten deutlich um etwa 20 Prozent (von 153 auf 184).

Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Elektrokleinstfahrzeugen nahmen erneut deutlich zu. 2025 registrierte die Polizei 138 Unfälle – 46 mehr als im Vorjahr. In 65 Prozent der Fälle waren die Unfälle selbstverschuldet.

Motorrad, Schwerverkehr, Verkehrsunfallflucht

Motorradunfälle erhöhten sich um etwa 9 Prozent. Die Zahl der Todesopfer blieb mit vier unverändert. Im Schwerverkehr verzeichnete das Polizeipräsidium Karlsruhe einen leichten Rückgang auf 1.001 Unfälle (minus 12 Fälle). Die Zahl der Schwerverletzten bei Verkehrsunfällen mit Lkw sank um etwa 25 Prozent.

Bei etwa jedem fünften Verkehrsunfall entfernte sich der Verursacher unerlaubt von der Unfallstelle. Die Gesamtzahl der Unfallfluchten ging jedoch von 5.106 auf 4.938 zurück (minus rund 3 Prozent). Von diesen Delikten klärte die Polizei etwa 36 Prozent auf (1.790 Fälle).

Überwachung und Prävention

Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit setzte das Polizeipräsidium Karlsruhe auch 2025 auf eine Kombination aus zielgerichteter Verkehrsüberwachung und breiter Präventionsarbeit. Dazu gehörten unter anderem Maßnahmen der Schulwegsicherung, Radfahrausbildung, Verkehrssicherheitstage, Schulungen für Seniorinnen und Senioren, Veranstaltungen zu Alkohol, Drogen und Medikamenten im Straßenverkehr sowie Schulbustrainings.

Die häufigsten festgestellten Verstöße betrafen überhöhte Geschwindigkeit, Verstöße gegen die Gurtpflicht, unerlaubte Handynutzung am Steuer sowie Zuwiderhandlungen im gewerblichen Güter- und Personenverkehr.

Anzeige
Auto Bilanz Fahrrad Karlsruhe Kinder Motorrad Pedelec Polizei Polizeipräsidium Schulweg Unfälle Verkehrstote Verkehrsunfallstatistik Verletzte

Das könnte Dich auch interessieren

16.02.2026 Keine Verkehrstoten auf der Autobahn - aber mehr verletzte Fußgänger und Radfahrer Pforzheim (pol/tk) - Das Polizeipräsidium Pforzheim hat seine Verkehrsunfallstatistik 2025 veröffentlicht. Trotz vieler Unfälle auf der A8 hat es im vergangenen Jahr keine Verkehrstoten auf der Autobahn gegeben. Jedoch sind abseits - auf Bundes- und Landesstraßen sowie Innerorts - mehr Menschen dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen. 13.10.2025 Tödlicher Verkehrsunfall auf der B3 zwischen Grötzingen und Weingarten Karlsruhe (pol/er24) - Am frühen Sonntagabend ist eine Autofahrerin vom Gut Werrabronn auf die B3, zwischen Grötzingen und Weingarten eingebogen. Dabei hat sie die Vorfahrt eines Motorradfahrers übersehen und ihn erfasst. Der Mann ist noch an der Unfallstelle gestorben, die B3 war stundenlang voll gesperrt.  17.12.2025 Missbrauch von Kindern per Livestream – Cybercrime-Zentrum Karlsruhe ermittelt Karlsruhe (dpa/tk) - Ein Mann aus Baden-Württemberg soll sexuellen Missbrauch von Kindern auf den Philippinen in Auftrag gegeben haben, um die Taten im Livestream zu verfolgen. Er wurde festgenommen, wie das Cybercrime-Zentrum in Karlsruhe mitteilte. 29.07.2025 Verkehrsunfall in Durlach - Auto übersieht Motorrad beim Abbiegen Karlsruhe (er24/tk) - Ein Motorradfahrer stößt auf einer Kreuzung mit einem Auto zusammen. Der Biker wird schwer verletzt. Feuerwehr und Rettungsdienst im Einsatz