Innenminister Strobl fordert Messerverbote an Schulen

01. Oktober 2024 , 16:40 Uhr

Baden-Württemberg (dpa/dk) – In Baden-Württemberg häufen sich Vorfälle, bei denen Messer an Schulen zum Einsatz kommen. Innenminister Thomas Strobl (CDU) hält deshalb schärfere Maßnahmen für notwendig und plädiert für ein Verbot von Waffen und Messern an Schulen.

Messer an Schulen – eine wachsende Gefahr

Immer häufiger wird von Messerangriffen an Schulen im Südwesten Deutschlands berichtet. Zuletzt ereignete sich ein Vorfall in Ettenheim, bei dem ein Jugendlicher einen Mitschüler mit einem Messer schwer verletzt haben soll. Diese Entwicklungen sorgen für Besorgnis bei Eltern, Lehrkräften und der Politik. Innenminister Strobl sieht dringenden Handlungsbedarf: „Kinder und Jugendliche sind besonders schutzbedürftig“, schreibt er in einem Brief an Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne). Schulen müssten alles tun, um diese Gefahren zu minimieren.

Messerverbote in Schulordnungen

Strobl schlägt vor, dass die Schulen ihre Hausordnung nutzen, um Waffen- und Messerverbote klar zu regeln. Dabei könnten neben Messern auch andere Gegenstände wie Tierabwehrsprays, die potenziell gefährlich sind, einbezogen werden. „Die Schulen üben das Hausrecht aus und können entsprechende Verbote in die Schul- und Hausordnungen aufnehmen“, so der Innenminister. Er fordert Kultusministerin Schopper auf, die Schulen stärker für diese Möglichkeit zu sensibilisieren.

Tragische Vorfälle im Südwesten

Ein besonders tragisches Beispiel aus diesem Jahr ereignete sich im Januar in St. Leon-Rot, wo ein 18-Jähriger seine Ex-Freundin in der Schule mit einem Messer tödlich verletzte. Der Fall sorgte für deutschlandweites Entsetzen und führte zu Diskussionen über die Sicherheit an Schulen. Inzwischen wurde der Täter zu elf Jahren Haft wegen Mordes verurteilt, doch das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Ein Appell für mehr Sicherheit

Innenminister Strobl sieht in den Vorfällen ein klares Signal, dass präventive Maßnahmen wie ein Messerverbot an Schulen notwendig sind, um weitere Tragödien zu verhindern. Durch ein Verbot könnten sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrkräfte und Schulpersonal besser geschützt werden.

Anzeige
Baden-Württemberg Ettenheim Gewalt an Schulen Kultusministerium Messerverbot Schulen Sicherheitsmaßnahmen St.Leon-Rot Thomas Strobl Waffen an Schulen

Das könnte Dich auch interessieren

28.11.2025 Schulleiter in Baden-Württemberg am Limit – Lehrermangel bleibt Hauptsorge Baden-Württemberg (dpa/dk) – Schulleiterinnen und Schulleiter im Südwesten machen ihren Job laut einer aktuellen Umfrage zwar weiterhin gern. Aber viele fühlen sich stark belastet – vor allem durch Personalmangel, Reformdruck und immer mehr Aufgaben. 07.11.2025 Kita-Plätze werden immer teurer – Eltern in Baden-Württemberg am Limit Baden-Württemberg (pm/dk) – Für viele Familien in Baden-Württemberg wird der Kita-Platz zunehmend zum Luxus. In manchen Städten müssen Eltern inzwischen über 800 Euro im Monat zahlen – für einen Ganztagesplatz sogar über 1.000 Euro. Dabei hängt der Preis oft von der Postleitzahl ab: Jede Kommune legt die Gebühren selbst fest, was zu großen Unterschieden führt. 10.03.2026 Umfrage: Mehrheit in Baden-Württemberg begrüßt Wolf und Biber Baden-Württemberg (pm/dk) - Die Rückkehr von Wolf und Biber stößt im Südwesten auf breite Zustimmung. Laut einer aktuellen forsa-Umfrage im Auftrag von NABU und BUND befürwortet eine große Mehrheit der Menschen in Baden-Württemberg die Rückkehr der beiden Tierarten. 09.03.2026 Der Fahrplan - So geht es nach der Wahl im Südwesten weiter Stuttgart (dpa/tk) - Baden-Württemberg hat gewählt. Nun muss aus den neuen Verhältnissen im Landtag eine stabile Regierung gebaut werden. Bis es so weit ist, dauert es aber noch einige Zeit. Wie sieht der Fahrplan aus vom Wahlabend zur Bildung einer neuen Regierung?