Ettlingen (pm/dk) – Alte Computer aufbereiten und gleichzeitig Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung schaffen: Genau das macht das Unternehmen afb social & green IT in Ettlingen. Jetzt haben die beiden SPD-Bundestagsabgeordneten Katja Mast und Parsa Marvi das Unternehmen besucht. Dabei ging es nicht nur um nachhaltige IT, sondern auch um die Frage, wie Menschen mit Behinderung bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt bekommen können.
Beim Besuch in Ettlingen konnten sich die beiden Politiker ein Bild von der Arbeit bei afb social & green IT machen. Das Unternehmen bezeichnet sich als größtes gemeinnütziges IT-Unternehmen Europas und verbindet die Wiederaufbereitung gebrauchter Technik mit der Beschäftigung von Menschen mit und ohne Behinderung.
Geschäftsführer Daniel Büchle führte die Gäste durch die verschiedenen Stationen des Unternehmens. Dabei zeigte er, wie ausgemusterte Computer und andere IT-Geräte wieder nutzbar gemacht werden.
Zunächst werden die Geräte angeliefert und alle vorhandenen Daten zertifiziert gelöscht. Anschließend wird die Technik geprüft, aufbereitet und schließlich wieder verkauft.
Damit verlängert afb die Lebensdauer der Geräte und trägt gleichzeitig dazu bei, Ressourcen zu schonen und Elektroschrott zu vermeiden.
Ein wichtiges Thema des Besuchs war die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung.
Besonders der Wechsel aus einer Werkstatt für behinderte Menschen in ein reguläres Arbeitsverhältnis stellt viele Betroffene vor Herausforderungen. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie sie auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten können, ohne ihren Anspruch auf Rehabilitationsleistungen zu verlieren.
Nach Ansicht der Beteiligten braucht es dafür flexiblere gesetzliche Regelungen und verlässliche Rahmenbedingungen.
Katja Mast, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, erklärte:
„afb zeigt, wie Nachhaltigkeit, Inklusion und Innovation gemeinsam wirtschaftlich gelingen können. Hier wird Inklusion in ganz normaler Arbeit gelebt. Um für jeden Menschen mit Behinderung passgenaue Chancen zu nutzen, müssen auch die Anreize besser gesetzt werden, gerade beim Übergang von der Werkstatt in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.“
Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Parsa Marvi zeigte sich beeindruckt von der Kombination aus technischer Qualität und sozialem Engagement.
„Beeindruckt hat mich vor allem die Verbindung aus hoher technischer Qualität und gelebter Inklusion. Ein Premium-Refurbisher, der zugleich Inklusionsunternehmen ist, zeigt, was möglich ist“, sagte Marvi.
Für afb-Geschäftsführer Daniel Büchle steht vor allem die individuelle Förderung der Beschäftigten im Mittelpunkt.
„Wir fördern jeden einzelnen Menschen dort, wo er oder sie es braucht, und freuen uns über die Leistungsbereitschaft jeder und jedes Einzelnen, ob mit oder ohne Behinderung.“
Das Unternehmen wächst nach eigenen Angaben seit mittlerweile 22 Jahren und verbindet dabei wirtschaftliche, ökologische und soziale Ziele.
Beim Besuch ging es außerdem darum, wie afb künftig weitere Partner gewinnen kann.
Denn Unternehmen, Behörden und öffentliche Einrichtungen können ihre nicht mehr benötigten Computer, Laptops und andere IT-Geräte an afb abgeben.
Die Geräte werden anschließend aufbereitet und möglichst weiterverwendet. Dadurch werden Ressourcen geschont und gleichzeitig Arbeitsplätze für Menschen mit und ohne Behinderung unterstützt.
Besonders bei öffentlichen Einrichtungen sieht afb noch ungenutztes Potenzial. Nach Ansicht des Unternehmens könnten sich mehr Behörden an der Weitergabe gebrauchter IT-Geräte beteiligen.
Der Besuch in Ettlingen machte damit auch deutlich, welche Herausforderungen beim Zugang zum regulären Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung weiterhin bestehen und welche Möglichkeiten Inklusionsunternehmen bieten können.