In diesen Südwest-Städten ist die Luft zu dick

17. Juni 2019 , 10:31 Uhr

Stuttgart (dpa/as) Die Luft in unseren Städten wird besser, die Belastung durch Diesel-Abgase geht zurück. Aber nur etwas, und das reicht teilweise noch nicht. Vor allem Städte im Südwesten kämpfen noch mit zu viel Luftverschmutzung.

Stuttgart weiter mit der schlechtesten Luft in Deutschland 

In 13 Städten in Baden-Württemberg ist die Luft im vergangenen Jahr zu stark mit gesundheitsschädlichem Stickstoffdioxid (NO2) belastet gewesen – und nirgendwo sonst in Deutschland so stark wie in Stuttgart. Das geht aus einer neuen Auswertung des Umweltbundesamtes (UBA) hervor. Demnach lag Stuttgart mit 71 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft vor Darmstadt mit 67 und München mit 66 Mikrogramm.

12 weitere Südwest-Städte haben ein Luft-Problem

Überschritten wurde der Grenzwert von 40 Mikrogramm laut UBA 2018 aber auch in Reutlingen (53), Heilbronn (52), Ludwigsburg (51), Freiburg (50), Backnang (49), Mannheim (47), Tübingen (46), Esslingen (45), Leonberg (45), Sindelfingen (45), Ulm (43) und Herrenberg (41). Teilweise waren die Werte schon seit Ende Januar bekannt, für einige Messstationen liegen sie hingegen erst jetzt vor.

Drei Städte haben Luft verbessert

Heidenheim, Pleidelsheim und Leinfelden-Echterdingen lagen nach Überschreitungen im Jahr 2017 nun unter dem Grenzwert. Für Mühlacker, 2017 ebenfalls oberhalb der 40-Mikrogramm-Marke, liegen in der UBA-Auflistung keine Daten für 2018 vor.

Die Stadt-Luft wird mal dicker, mal dünner

Deutschlandweit waren die NO2-Werte im vergangenen Jahr in 57 Städten zu hoch. Das waren laut Umweltbundesamt acht Städte weniger als im Jahr davor. Die Jahresmittelwerte an verkehrsnahen Messstationen lagen rund 1,5 Mikrogramm unter denen des Jahres 2017. In 13 Städten, die damals noch über dem Grenzwert lagen, wurde er jetzt einhalten. Dafür rutschten aber fünf zurück in den problematischen Bereich.

Backnang knapp unter Höchstmarke

Wie schon im Vorjahr lag die Belastung in 15 Städten über 50 Mikrogramm. Sie gelten als „Intensivstädte“, für die es besondere Hilfen gibt. Dortmund und Berlin sind neu dabei, Backnang (Rems-Murr-Kreis) und Bochum liegen nun unter der Marke bei 49 beziehungsweise 48 Mikrogramm.

Alte Diesel müssen weg

Es brauche eine schnelle Nachrüstung älterer Dieselautos mit wirksamen Katalysatoren, um den EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel überall einzuhalten, forderte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger am Montag. Überhöhte NO2-Werte sind der Grund für Fahrverbote für ältere Diesel in Stuttgart, Hamburg und Darmstadt. Andere Städte – etwa Berlin – könnten folgen. NO2 in Städten stammt zu einem großen Teil aus Diesel-Abgasen.

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