Schandfleck soll weg

Hundseck-Ruine: Land, Kreis und Kommunen einigen sich auf Abriss im September

19. Februar 2026 , 17:00 Uhr

Bühl (pm/tk) – Nach jahrelangem Stillstand haben sich das Land Baden-Württemberg, die Stadt Bühl, die Gemeinde Ottersweier und das Landratsamt Rastatt auf den Abriss des verfallenen Hotels Hundseck an der Schwarzwaldhochstraße geeinigt. Kern der Einigung ist eine angemessene Aufgabenverteilung.

Eigentümer machen nichts

Die Schwarzwaldhochstraße (B500) zählt als eine der ältesten und bekanntesten Panoramastraßen Deutschlands zu den touristischen Aushängeschildern der Region. Doch der Glanz ist an einigen Stellen stark verblasst. Allen voran das ehemalige Kurhaus Hundseck, einst ein Prachtbau, wirft aufgrund seines zunehmenden Verfalls erhebliche Schatten auf die touristische Attraktivität der Region.

Die Eigentümergemeinschaft lässt das Gebäude verfallen. Im Dezember 2024 verfügte die Stadt Bühl den Abriss des Hauptgebäudes – des ehemaliges Kurhauses. Doch bisher ist nichts geschehen. Also liegt es an der öffentlichen Hand, den Abriss auf Kosten der Eigentümer umzusetzen.

Runder Tisch zur Aufgaben- und Kostenverteilung

Vor dem Hintergrund der begründeten Sorge, die Kosten nicht von den Eigentümern wieder zu erlangen, hat Staatsminister Jörg Krauss auf Initiative der Abgeordneten Hans-Peter Behrens (Bündnis 90/Die Grünen) und Cornelia von Loga (CDU) zu einem runden Tisch in die Villa Reitzenstein eingeladen. Das Ergebnis ist eine faire Lastenteilung: Die Stadt Bühl ist für den ordnungsgemäßen Abriss verantwortlich, das Landratsamt Rastatt für die Entsorgung des Abbruchmaterials, wobei das Land Baden-Württemberg – soweit auch hier die Eigentümer ihren Pflichten nicht nachkommen – die Entsorgungskosten und die Verantwortung für die Vollstreckung dieser Kosten bei den Eigentümern übernimmt.

Abriss im September

Landrat Prof. Dr. Christian Dusch begrüßt das Verhandlungsergebnis: „Wir sind froh, dass wir dieses leidige Kapitel an der Schwarzwaldhochstraße in absehbarer Zeit endlich angehen können und der Schandfleck schon bald der Vergangenheit angehört.“

Der Abbruch des akut einsturzgefährdeten ehemaligen Kurhauses ist – unter Berücksichtigung des Artenschutzes – voraussichtlich ab September 2026 möglich. Im Gebäude wurden Vorkommen der Nordfledermaus festgestellt, deren Schutzzeiten zwingend einzuhalten sind.

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