Südwesten (dpa/svs) – Noch drei Tage extreme Hitze, dann ist Abkühlung in Sicht: Im Südwesten könnten am Wochenende neue Temperaturrekorde fallen. Noch nie hatte es in Deutschland im Juni 40 Grad, das könnte sich jetzt ändern: Aber am Sonntagabend soll die Wetterlage kippen – mit Gewittern, Starkregen und deutlich kühleren Nächten.
Der Deutsche Wetterdienst erwartet für Baden-Württemberg weiter eine starke Hitzewelle. Bis Sonntag bleibt es sonnig und trocken. Am Freitag steigen die Temperaturen im Bergland auf etwa 34 Grad, in den Niederungen auf 36 bis möglicherweise 41 Grad.
Der Höhepunkt soll am Samstag erreicht werden. Dann sind im Bergland und im Allgäu rund 35 Grad möglich, sonst häufig 37 bis 41 Grad. Am nördlichen Oberrhein könnten es sogar 42 Grad werden.
Damit könnte der bisherige Temperaturrekord für Baden-Württemberg fallen. Der liegt bei 40,3 Grad und wurde 2022 in Bad Mergentheim gemessen.
So eine Hitzewelle ist für Juni ungewöhnlich. Fünf bis sechs Tage mit mehr als 30 Grad, teils sogar über 35 Grad, gibt es eher im Juli oder August. Temperaturen von 40 Grad wurden im Juni in Baden-Württemberg bislang noch nie gemessen. Der bisherige Juni-Rekord liegt bei 38,9 Grad. Er wurde am 30. Juni 2019 in Mannheim aufgestellt.
Auch nachts bleibt es sehr warm. In der Nacht zum Sonntag könnte es laut Wetterdienst erst nach Mitternacht überall unter 30 Grad abkühlen. Der DWD hält außerdem Rekorde bei den Tiefsttemperaturen für möglich. Am Morgen werden etwa 24 Grad in Mannheim und 17 Grad in Pfullendorf erwartet. Für viele Orte werden in der Nacht tropische Tiefstwerte zwischen 23 und 20 Grad vorhergesagt. Nur in Oberschwaben und im Allgäu soll es etwas kühler bleiben.
Ab Sonntagnachmittag soll die große Hitze dann langsam zu Ende gehen. Laut einem Experten des Deutschen Wetterdienstes sind die ersten Gewitter zwischen 16 und 17 Uhr zu erwarten.
In der Nacht zum Montag soll es dann deutlich abkühlen – um etwa zehn Grad. Diese Abkühlung soll sich über die kommende Woche halten. Nachts werden dann 13 bis 17 Grad erwartet, tagsüber „nur noch“ 27 bis 30 Grad.
Die Wetterwende kann allerdings heftig ausfallen. In der Nacht zu Montag sind lokal schwerste Unwetter möglich. Der DWD-Experte nennt 50 Liter Regen pro Quadratmeter und Stunde. „Das wäre dann die höchste Warnstufe“, sagte er.
Auch Großkorn-Hagel, örtliche Überschwemmungen und schwere Sturmböen bis hin zu Orkanböen sind möglich. Am Montag soll es dann flächendeckend mit Regen weitergehen, der erst am Abend abklingt. „Fast jeder in Baden-Württemberg wird nass“, so der Experte.