Die besonders gute Apfelernte des Vorjahres wird demnach voraussichtlich um fast 18 Prozent unterschritten. Infolge der Trockenheit fallen viele Äpfel vorzeitig vom Baum, bleiben klein oder sind durch Sonnenbrand geschädigt. Bei einzelnen Obstbaubetrieben hat Hagel teilweise die gesamte Ernte vernichtet.
Dennoch bleiben Äpfel mit 32.700 Hektar Anbaufläche das mit Abstand am meisten geerntete Baumobst hierzulande. Fast zwei Drittel (61,1 Prozent) dieser Flächen liegen in zwei Bundesländern: Baden-Württemberg (11.600 Hektar), dort vor allem in der Bodenseeregion, sowie Niedersachsen (8.400 Hektar).
Optimistischer fällt die Ernteschätzung für Pflaumen und Zwetschgen aus. Die Ernte wird mit gut 49.300 Tonnen voraussichtlich 11,5 Prozent höher ausfallen als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (44.200 Tonnen), aber 3,9 Prozent geringer als im besonders ertragreichen Vorjahr.
Für diese Früchte liegen die größten Anbauflächen in Baden-Württemberg (1.700 Hektar) und in Rheinland-Pfalz (900 Hektar). Die Ernteerwartungen sind in den beiden Bundesländern gegensätzlich: In Baden-Württemberg erwarten die Betriebe mit 24.100 Tonnen fast 38 Prozent mehr Früchte als im zehnjährigen Durchschnitt. Dagegen stellen sich die Obstbauern in Rheinland-Pfalz mit 9.900 Tonnen auf eine unterdurchschnittliche Pflaumen- und Zwetschgenernte ein, rund acht Prozent unter dem Zehnjahresschnitt.