Heiß, heißer, Baden-Württemberg – Diese Städte sind echte Hitze-Fallen

12. Juni 2025 , 11:15 Uhr

Baden-Württemberg (dpa/dk) – Beton, Glas, Asphalt – und kaum ein schattenspendender Baum in Sicht: In vielen Städten in Baden-Württemberg staut sich im Sommer die Hitze besonders stark. Beim neuen Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gehören elf Kommunen im Südwesten zu den großen Verlierern – darunter auch Mannheim, Karlsruhe, Rastatt und Pforzheim.

Mannheim besonders betroffen

Bundesweiter Negativ-Spitzenreiter ist Mannheim: In der Quadratestadt sind rund 88 Prozent der Bevölkerung laut DUH großer Hitzebelastung ausgesetzt. Asphaltierte Flächen speichern dort die Hitze bis tief in die Nacht – bei einer Oberflächentemperatur von über 38 Grad. Nur zwei Prozent der Stadtfläche sind grün, über die Hälfte ist versiegelt. Die Luft kann kaum zirkulieren, Abkühlung bleibt aus.

Karlsruhe, Rastatt und Pforzheim fallen durch

Auch Städte wie Rastatt, Offenburg, Waiblingen und Karlsruhe sowie Freiburg, Konstanz, Böblingen und Heidelberg gehören laut DUH zu den sogenannten Hitze-Hotspots – sie bekamen im Ranking ebenfalls die Rote Karte. Im Mittelfeld liegen unter anderem Pforzheim, Stuttgart, Esslingen oder Ulm. Eine einzige Stadt im Land erhielt eine grüne Bewertung – also einen positiven Wert für wenig Versiegelung und viel kühlendes Grün – nicht.

Warum sich Städte so stark aufheizen

Beton und Asphalt speichern die Wärme des Tages und geben sie nachts nur langsam ab. Wo wenig Bäume oder Wasserflächen sind, fehlt Verdunstungskälte – die Luft steht. Besonders gravierend ist das bei dicht bebauten Innenstädten ohne Schatten. Dabei könnten gerade Bäume helfen: Sie senken die Umgebungstemperatur laut Bundesbauministerium um bis zu zehn Grad.

So wurde die Belastung ermittelt

Die DUH analysierte gemeinsam mit einem Umweltplanungsbüro 190 Städte über 50.000 Einwohner. Dabei flossen Satellitendaten, Bevölkerungsdichte, Oberflächentemperatur und Grünanteil in die Bewertung ein. Baden-Württemberg liegt laut Landesanstalt für Umwelt deutschlandweit mit an der Hitzespitze – besonders der Oberrheingraben, der Hochrhein und die Region nördlich von Stuttgart gelten als Hotspots.

Was Städte jetzt tun können

Die DUH fordert, Begrünung müsse künftig genauso wichtig sein wie Wohnungsbau. Gesetzlich festgelegte Mindestgrünanteile und mehr Unterstützung für Kommunen seien nötig. Konzepte wie die Schwammstadt, mehr Trinkwasserbrunnen und kühlende Luftschneisen könnten helfen.

Auch Bürgerinnen und Bürger können sich schützen: Viel trinken, körperliche Anstrengung meiden und Räume tagsüber gut abdunkeln – das rät das Bundesgesundheitsministerium für heiße Tage.

Anzeige
Baden-Württemberg Deutsche Umwelthilfe Hitze Hitzeschutz Karlsruhe Klimawandel Mannheim Pforzheim Schwammstadt Städtevergleich

Das könnte Dich auch interessieren

30.06.2026 Extremwetterlagen nehmen zu: Baden-Württemberg rüstet sich mit mehr Schutz und Prävention Region (pm/tk) - Das Wochenende hat Rekorde gebrochen in Baden-Württemberg. Laut dem Deutschen Wetterdienst war es so heiß wie noch nie in einem Juni. Und auch die Monate davor - von Januar bis Mai 2026 - waren außergewöhnlich mild und trocken.  Gleichzeitig stiegt die Gefahr von heftigen Niederschlägen. Das Land Baden-Württemberg bereitet sich auf die klimatische Veränderung vor. 24.06.2026 Hitzerekord im Südwesten möglich – am Sonntag kommt die Wetterwende Südwesten (dpa/svs) - Noch drei Tage extreme Hitze, dann ist Abkühlung in Sicht: Im Südwesten könnten am Wochenende neue Temperaturrekorde fallen. Noch nie hatte es in Deutschland im Juni 40 Grad, das könnte sich jetzt ändern: Aber am Sonntagabend soll die Wetterlage kippen – mit Gewittern, Starkregen und deutlich kühleren Nächten. 11.06.2026 A8 bei Pforzheim ein ganzes Wochenende gesperrt Pforzheim (pm/dk) - Auf der A8 müssen Autofahrer mehr Zeit einplanen. Zwischen den Pforzheim-West und Pforzheim-Nord wird die Fahrbahndecke instandgesetzt. 09.06.2026 Zufriedenheit in Baden-Württemberg: Mannheim überrascht, Karlsruhe fällt zurück Karlsruhe (dpa/dk) - Wie zufrieden sind Menschen in den großen Städten Baden-Württembergs mit ihrem Leben? Eine aktuelle Studie aus dem „Glücksatlas“ der Süddeutschen Klassenlotterie zeigt: In vielen Städten im Land ist die Zufriedenheit niedriger, als es die objektive Lebensqualität erwarten lassen würde. Eine Ausnahme gibt es aber: Mannheim.