Haushaltskrise in Karlsruhe: Wo die Stadt überall kürzen will

30. September 2025 , 15:36 Uhr

Karlsruhe (pm/dk) – Karlsruhe steht vor schwierigen Haushaltsberatungen: Um ein Millionenloch im städtischen Haushalt zu stopfen, liegt ein ganzes Paket an Sparvorschlägen auf dem Tisch. Betroffen wären fast alle Lebensbereiche – von Schulen über Kultur bis hin zu Parkgebühren und Zoo-Eintritten. Selbst kleine Posten wie die Dauerkarte des Oberbürgermeisters beim KSC oder das Kleidergeld für Chauffeure tauchen in der Liste auf.

Entscheidung Mitte Dezember

Die Stadt Karlsruhe steckt mitten in einer harten Sparrunde. Hintergrund ist das vom Regierungspräsidium genehmigte Haushaltsdefizit von 44,8 Millionen Euro, das dringend reduziert werden muss. Zwar konnten durch striktes Finanzcontrolling weitere Verschlechterungen im ersten Halbjahr verhindert werden, doch laut Finanzbericht droht zum Jahresende ein Minus von 70,6 Millionen Euro. Um gegenzusteuern, liegt nun ein umfangreiches Maßnahmenpaket auf dem Tisch, das Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe bringen soll. Die endgültige Entscheidung fällt aber erst in den Haushaltsberatungen vom 16. bis 18. Dezember 2025.

Personal und Verwaltung

Am stärksten würde es die Verwaltung treffen: Unzählige Stellen in Ämtern, Dezernaten und Ortsverwaltungen sollen unbesetzt bleiben. Auch Beförderungen könnten verzögert und Arbeitszeitkontingente reduziert werden. Sogar bei kleinen Posten wird angesetzt – etwa beim Kleidergeld für die Fahrer der Bürgermeister oder der Dauerkarte des Oberbürgermeisters für den KSC. Zusammen mit größeren Maßnahmen wären hier mehrere Millionen Euro Einsparungen möglich.

Schulen, Bildung und Soziales

Für Eltern, Schüler und soziale Projekte stünden spürbare Einschnitte bevor.

Kultur, Sport und Freizeit

Auch Karlsruhe als Kultur- und Sportstadt wäre betroffen.

Gebühren und Abgaben

Viele Bürger würden die Sparrunde direkt im Geldbeutel spüren.

Stadtbild, Umwelt und Infrastruktur

Auch am Stadtbild und in der Umweltpolitik würde gespart.

Beteiligung der Bürger

Bevor die endgültigen Beschlüsse im Dezember fallen, können sich die Bürger selbst ein Bild machen: Am 20. November 2025 findet im Südwerk eine Informationsveranstaltung statt. Dort haben interessierte Einwohner die Möglichkeit, sich über die geplanten Kürzungen zu informieren und Fragen zu stellen.

362 Maßnahmen

Insgesamt hat die Verwaltung rund 362 Maßnahmen aufgelistet. Davon gelten Einsparungen von knapp 70 Millionen Euro im Jahr 2026 und gut 75 Millionen Euro im Jahr 2027 als plausibel und umsetzbar. Damit wird die vom Regierungspräsidium geforderte Einsparvorgabe von 80 Millionen Euro fast erreicht. Klar ist aber auch: Sollten die Stadträte im Dezember einzelne Vorschläge ablehnen, droht die Nicht-Genehmigung des Doppelhaushalts 2026/2027 – mit der Folge, dass Karlsruhe bis weit ins Jahr 2026 hinein ohne gültigen Haushalt dastehen könnte.

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