Hagel kündigt großen Umbau der Sicherheitsarchitektur im Südwesten an

23. Oktober 2026 , 16:22 Uhr

Baden-Württemberg (dpa/dk) – Cyberangriffe, Drohnen, Sabotage und Extremismus: Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel will die Sicherheitsstrukturen im Land grundlegend neu aufstellen. Geplant sind unter anderem ein Heimatschutzplan, ein neues Präsidium und ein Cyberlagezentrum.

„Größter Umbau“ in der Geschichte des Landes

Bei einem Forum in der Stuttgarter Messe sprach Hagel vom „größten Umbau unserer Sicherheitsarchitektur in der Geschichte Baden-Württembergs“.

Hintergrund seien neue Bedrohungen von innen und außen. Dazu zählt der Innenminister Angriffe auf kritische Infrastruktur, Cyberattacken, Drohnenangriffe und Industriespionage.

Heimatschutzplan nach Vorbild des Operationsplans Deutschland

Baden-Württemberg will laut Hagel als erstes Bundesland einen eigenen Heimatschutzplan aufbauen.

Dieser soll die zivile Seite des sogenannten Operationsplans Deutschland spiegeln. Polizei, Bundeswehr, Kommunen, Bevölkerungsschutz und Betreiber kritischer Infrastruktur sollen künftig enger gemeinsam planen, üben und handeln.

Hagel sieht darin möglicherweise auch ein Modell für den Bund.

Neues Heimatschutzpräsidium und Cyberlagezentrum

Im Innenministerium soll ein Heimatschutzpräsidium entstehen.

Zusätzlich ist ein Cyberlagezentrum vorgesehen, das die Sicherheitsbehörden bei der Cybersicherheitsagentur bündeln soll.

Hagel warnt vor Angriffen und Extremismus

Der Innenminister warnt vor einer wachsenden Bedrohungslage. „Wir sind im Fadenkreuz Russlands“, sagte Hagel.

Nach seinen Angaben entstand 2025 allein in Baden-Württemberg durch Cyberangriffe, Spionage, Sabotage und Datendiebstahl ein volkswirtschaftlicher Schaden von mehr als 30 Milliarden Euro.

Auch die Zahl der Extremisten im Land sei deutlich gestiegen. Hagel sprach von mehr als 20.000 Extremisten in Baden-Württemberg. Seit 2014 habe sich deren Zahl mehr als verdoppelt.

Verfassungsschutz soll mehr Befugnisse bekommen

Auch das Landesamt für Verfassungsschutz will Hagel neu aufstellen.

Seiner Ansicht nach soll es künftig stärker als Abwehrdienst arbeiten und nicht nur beobachten.

„Ein Dienst, der nur beobachten darf, ist im Grunde genommen wie eine Feuerwehr, die nur Brandberichte schreiben darf“, sagte Hagel.

Künftig solle das Landesamt Netzwerke nicht nur erkennen, sondern auch stören können, bevor diese aktiv werden.

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