Gutachten schließt Technikfehler bei Gondel-Unglück in Horb aus

27. Oktober 2025 , 14:18 Uhr

Horb am Neckar (dpa/dk) – Fünf Monate nach dem tödlichen Gondel-Absturz auf einer Baustelle in Horb am Neckar verdichten sich die Hinweise auf menschliches Versagen. Laut einem Gutachten war das Unglück nicht auf einen technischen Defekt zurückzuführen – weder am Kran noch am Kranseil oder an der Gondel.

Gutachter bestätigt: Kein technischer Defekt

Ein Sachverständiger hat im Auftrag der Ermittlungsbehörden untersucht, ob technische Mängel den Absturz ausgelöst haben könnten. Das Ergebnis schließt eine solche Ursache aus. „Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen haben sich die Anhaltspunkte weitergehend verdichtet, dass ein menschliches Versagen ursächlich für den Geschehensablauf sein dürfte“, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Rottweil.

Ermittlungen gegen Kranführer

Demnach richtet sich der Verdacht weiter gegen den 36-jährigen Kranführer, gegen den wegen fahrlässiger Tötung ermittelt wird. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Ob der Mann Signale übersehen oder falsch reagiert haben könnte, bleibt bislang unklar – die Staatsanwaltschaft äußerte sich nicht zu genauen Details oder zur Herkunft des Beschuldigten.

Drei Bauarbeiter starben bei dem Unglück

Das Unglück ereignete sich am 20. Mai 2025 auf einer Baustelle an der Hochbrücke Horb. Drei Bauarbeiter kamen dabei ums Leben. Die Männer sollten mit einer an einem Kran hängenden Transportgondel auf einen Brückenpfeiler gebracht werden. Doch auf dem Weg nach oben verfing sich das Stahlseil der Gondel in querlaufenden Drahtseilen. In der Folge riss das Kranseil, und die Gondel stürzte ab.

Anzeige
Baustelle Bauunfall fahrlässige Tötung Freudenstadt Gondel-Unglück Gutachten Hochbrücke Horb Horb am Neckar Kranführer Staatsanwaltschaft Rottweil

Das könnte Dich auch interessieren

14.07.2026 Tod aus ideologischen Gründen - Eltern in Horb zu Bewährungsstrafen verurteilt Horb am Neckar (dpa/tk) - Weil sie zu spät den Notarzt für ihr krankes Kleinkind gerufen haben, hat ein Gericht die Eltern aus der «Reichsbürger»- und «Selbstverwalter»-Szene wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen verurteilt. Das Amtsgericht Horb am Neckar verhängte Freiheitsstrafen von je einem Jahr zur Bewährung und jeweils 100 Stunden gemeinnützige Arbeit.  14.06.2026 Nach tödlichem Gondelabsturz in Horb kommt es zum Prozess Horb (dpa/dk) - Ein Jahr nach dem tödlichen Gondelabsturz auf einer Brückenbaustelle in Horb am Neckar kommt es nun doch zu einem Prozess. Der Kranführer hat Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt, der gegen ihn verhängt worden war. 08.05.2026 Residenzbahn: Warum weniger Züge zwischen Karlsruhe und Stuttgart fahren Karlsruhe (dpa/tk) - Reisende und Pendler müssen in den kommenden beiden Wochen auf der sogenannten Residenzstrecke, zwischen Karlsruhe und Stuttgart, erhebliche Geduld aufbringen - und buchstäblich Stehvermögen. Denn wegen Bauarbeiten ist der Regionalexpress RE1 von Arverio ab Montag, 11. Mai, zwischen Karlsruhe und Stuttgart für zwei Wochen deutlich seltener und auch nicht durchgehend unterwegs 02.03.2026 Die Zeit läuft - für den Wolf oder für das Land? Stuttgart (dpa/tk) - Der sogenannte Hornisgrinde-Wolf wird bislang erfolglos gejagt – und die Abschussfrist läuft ab. Noch bis 10. März haben die Jäger Zeit. Aber was passiert, wenn das Tier weiterhin nicht gefunden wird? Wie wahrscheinlich ist eine längere Jagd?