Bruchsal (pm/dk) – Ein wichtiger Schritt für die Energiewende in der Region: Das John-Deere-Werk in Bruchsal soll künftig mit grüner Fernwärme versorgt werden. Dafür haben der Landmaschinenhersteller und die Stadtwerke Bruchsal jetzt entsprechende Verträge unterzeichnet.
Die Vereinbarung sieht vor, dass die Stadtwerke das Werk künftig mit Wärme aus dem Fernwärmenetz beliefern. Dafür wird eine rund 900 Meter lange Fernwärmeleitung vom Linkenheimer Weg zur John-Deere-Straße gebaut.
Dort betreibt John Deere unter anderem:
Zusätzlich übernimmt die Stadtwerke Bruchsal auch die Energiezentrale des Werks.
Ein Teil der Fernwärme soll künftig aus geothermischer Energie stammen. Laut Stadtwerken liegt der Anteil erneuerbarer Energien im Fernwärmenetz dadurch zunächst bei mindestens 60 Prozent. Bis 2035 soll er nahezu 100 Prozent erreichen.
SWB-Geschäftsführer Sebastian Haag sagt:
„Für Haushalte und Unternehmen bedeutet Geothermie Planungssicherheit: stabile Wärmepreise, regionale Wertschöpfung und eine zukunftsfähige Versorgung.“
Für die Stadtwerke spielt John Deere eine wichtige Rolle beim Ausbau des Fernwärmenetzes. Als sogenannter Ankerkunden – also Großabnehmer – trägt das Unternehmen dazu bei, den Ausbau wirtschaftlich voranzubringen.
Auch für John Deere hat die Kooperation große Bedeutung. Werkleiter Sven Künstler sagt:
„Die Partnerschaft mit den Stadtwerken Bruchsal verbindet Nachhaltigkeit mit Standortstärkung: Wir setzen künftig am Standort in Bruchsal auf geothermisch erzeugte, grüne Wärme und reduzieren damit den Einsatz fossiler Energieträger.“
Der Standort Bruchsal war in den 1980er-Jahren ursprünglich an das Erdgasnetz angeschlossen worden. Mit Blick auf das Klimaschutzgesetz und den geplanten Ausstieg aus Erdgas bis 2045 soll nun schrittweise auf klimafreundliche Energie umgestellt werden.
Langfristig soll durch den Ausbau des Fernwärmenetzes auch die Bruchsaler Kernstadt und weitere Gebiete klimaneutral mit Wärme versorgt werden.