Großer Kita-Träger insolvent: Diese Kitas in Karlsruhe und der Region sind betroffen

06. Februar 2026 , 13:50 Uhr

Karlsruhe (pm/dk) – Es ist ein Schock für Eltern, Kinder und Beschäftigte: Der größte KITA-Träger der Stadt ist insolvent. Doch die Stadt Karlsruhe schaut nach vorne und will alles daransetzen, dass die Betreuung in den betroffenen Kitas weiterläuft. Nach dem Insolvenzantrag der Pro Liberis gGmbH und der Lenitas gGmbH hat die Stadt Maßnahmen angekündigt, um die Fortführung des Kita-Betriebs bestmöglich zu unterstützen.

600 Beschäftigte bekommen kein Januar-Gehalt

Pro Liberis und Lenitas, beide mit Sitz in Karlsruhe, haben am 5. Februar 2026 Insolvenzantrag gestellt. Die beiden gemeinnützigen Träger betreiben 18 Kitas in Karlsruhe sowie 9 weitere Einrichtungen in der Region.

Schon im Januar konnten 600 Angestellte kein Gehalt bekommen. Beabsichtigt ist nach den Worten des Geschäftsführers der beiden Gesellschaften Peer Giemsch, mit Hilfe eines Insolvenzverwalters die Situation in den Griff zu bekommen, alle Betroffenen weiterzubeschäftigen und – auch nachträglich für Januar – zu bezahlen. «Die Betriebsfortführung ist im Interesse der öffentlichen Hand», sagte Giemsch. Man sei mit allen betroffenen Kommunen im Gespräch. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeitenden seien bis Ende März über das Insolvenzgeld gesichert, hieß es dazu auch in einer Pressemitteilung der beiden Gesellschaften.

Gleichzeitig stellt die Stadt klar: Eine Zahlungsunfähigkeit eines privatwirtschaftlichen Trägers kann von der Kommune nicht verhindert werden.

Rund 1.350 Betreuungsplätze betroffen

Von der Insolvenz sind insgesamt rund 1.350 Kita-Betreuungsplätze betroffen, davon etwa 900 in Karlsruhe. Zudem arbeiten in den Einrichtungen rund 610 Mitarbeitende.

Lenitas bietet neben der Kinderbetreuung auch Leistungen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe an. Dazu zählen unter anderem eine Jugendwohngemeinschaft, eine Wohngruppe sowie eine Familienwerkstatt.

Keine automatische Unterbrechung der Betreuung

Die Stadt Karlsruhe betont, dass ein Insolvenzantrag nicht automatisch bedeutet, dass die Kinderbetreuung unterbrochen wird. Ziel sei es, schnell Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, um die Kontinuität der Betreuung für die Kinder zu sichern.

Anlaufstellen für Eltern

Eltern, die Fragen haben oder Unterstützung benötigen, können sich direkt an die Kita-Träger Pro Liberis und Lenitas wenden. Zusätzlich steht die Behördennummer 0721 133 3333 zur Verfügung – erreichbar montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr.

Darüber hinaus kündigt die Stadt Karlsruhe an, ein Informationsschreiben an die Eltern zu versenden.

Diese Kitas von Pro Liberis sind betroffen

Karlsruhe-Stadt

Grünwinkel

Oststadt

Durlach

Grünwettersbach

Stupferich

Region

Diese Kitas werden von Lenitas betreut

Neben den Pro-Liberis-Einrichtungen sind auch folgende Lenitas-Kitas von der Insolvenz betroffen – sowohl in Karlsruhe als auch in der Region:

Karlsruhe

Karlsbad

Ettlingen

Pforzheim

Region

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