Forst (er24/tk) – Ein schweres Unwetter zieht über den Heidesee, zahlreiche Badegäste werden überrascht, ein Auto versinkt im Wasser und ein Zeltlager gerät in Brand.
Was sich am Samstagnachmittag am Heidesee in Forst abspielte, war ein realitätsnahes Übungsszenario, das den Einsatzkräften einiges abverlangte. Zum Abschluss eines Ausbildungstages des DLRG-Bezirks Karlsruhe übten diese, die Feuerwehr Forst sowie die DRK-Ortsvereine Forst und Bruchsal gemeinsam den Ernstfall. Ausgangspunkt der Großübung war ein schweres Unwetter, das über den weitläufigen Baggersee hinweggezogen war und zahlreiche Menschen am und im Wasser überrascht hatte.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte bot sich eine unübersichtliche Lage: Badegäste wurden sowohl im Wasser als auch an Land vermisst, während zahlreiche Betroffene auf Hilfe warteten. Besonders dramatisch war die Meldung, dass ein Auto in den See gerollt und untergegangen war. Unverzüglich begannen die Einsatzkräfte mit der Suche nach Vermissten. Boote der DLRG und der Feuerwehr wurden zu Wasser gelassen, auch DLRG-Taucher kamen zum Einsatz. Bei dem versenkten Auto handelt es sich um ein spezielles Übungsauto für derartige Szenarien. Das DRK richtete unterdessen ein Versorgungszelt ein.
Im weiteren Verlauf meldeten Passanten ein Zeltlager am gegenüberliegenden Ende des Baggersees, in dem es mehrere Verletzte geben sollte. Zudem sei dort ein Feuer ausgebrochen. Daraufhin wurden Kräfte von Feuerwehr und DLRG abgezogen. Der Weg zum zweiten Einsatzort gestaltete sich jedoch schwierig: Ein umgestürzter Baum versperrte die Zufahrt und musste zunächst beseitigt werden.
Dort bot sich ein weiteres dramatisches Bild. Ein Lagerfeuer war außer Kontrolle geraten, die Flammen hatten auf umliegende Bäume übergegriffen. Zwischen den Zelten befanden sich zahlreiche Verletzte, darunter mehrere Schwerverletzte. Eine besondere Herausforderung bestand darin, die Verletzten nach der Schwere ihrer Verletzungen zu kategorisieren und die Behandlungsreihenfolge entsprechend festzulegen. Schwerverletzte mussten zuerst versorgt werden, während die Betreuung der Leichtverletzten nachgeordnet erfolgte.
Rund 15 Verletzte galt es im Verlauf des Szenarios insgesamt zu versorgen. Anschließend wurden die Betroffenen mit Booten über den See zum DRK-Versorgungszelt transportiert, wo die medizinische Betreuung fortgesetzt werden konnte. Gerade angesichts zunehmender Herausforderungen durch extreme Wetterereignisse und die Folgen des Klimawandels müssen sich Rettungskräfte auf unterschiedliche und oft unvorhersehbare Einsatzlagen einstellen. Ein solches Szenario kann jederzeit zur Realität werden.