Bruchsal (pm/dk) – Großeinsatz am Mittwochabend in Bruchsal: Auf einem Betriebsgelände in der Lußhardtstraße sind gepresste Papierblöcke in Brand geraten. Rund 150 Einsatzkräfte kämpften bis in die frühen Morgenstunden gegen die Flammen und immer wieder aufflammende Glutnester.
Die Feuerwehr Bruchsal wurde am Mittwochabend um 20:06 Uhr mit allen Abteilungen und der Führungsgruppe Bruchsal zu dem Großbrand alarmiert. Zur Unterstützung kamen außerdem die Feuerwehren Karlsdorf-Neuthard und Bad Schönborn sowie das Technische Hilfswerk hinzu.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte brannten bereits rund 50 von etwa 500 gelagerten, gepressten Papierblöcken. Das Feuer hatte sich außerdem auf angrenzende Papierballen ausgebreitet. Mitarbeitende des Betriebs hatten schon vor dem Eintreffen der Feuerwehr erste Löschmaßnahmen eingeleitet.
Durch die starke Brand- und Hitzeentwicklung barsten Fensterscheiben einer angrenzenden Halle. Rauch drang in das Gebäude ein und löste dort die automatische Brandmeldeanlage aus. Zur Sicherheit wurde in der Halle gelagerter Papiermüll mit Wasser benetzt und aus dem Gebäude gebracht.
Wegen der starken Rauchentwicklung im Bereich des Industriegebietes wurde über die NINA-WarnApp eine Warnung an die Bevölkerung verschickt. Anwohnerinnen und Anwohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten und den Bereich meiden. Als die Rauchentwicklung später nicht mehr vorhanden war, wurde Entwarnung gegeben.
Die Feuerwehr übernahm die weiteren Löschmaßnahmen. Um Glutnester freizulegen und gezielt löschen zu können, kamen zwei Greifbagger des betroffenen Betriebs zum Einsatz. Sie wurden von betriebseigenem Personal bedient.
Die Wasserversorgung wurde über das Hydrantennetz und aus einem offenen Gewässer sichergestellt. Wegen des hohen Wasserbedarfs erhöhten die Stadtwerke den Wasserdruck. Zusätzlich setzten die Einsatzkräfte Netzmittel und Schaummittel ein. Im weiteren Verlauf wurde geklärt, dass das Löschwasser nicht in ein Gewässer gelangt, sondern in Richtung Klärwerk abfließt.
Der Rettungsdienst sicherte die Einsatzkräfte zunächst mit einem Rettungswagen und einem Notarzteinsatzfahrzeug ab. Später übernahm die Schnelleinsatzgruppe Bruchsal, bestehend aus Malteser Hilfsdienst und DRK, diese Aufgabe.
Ein Mitarbeiter des Betriebs musste wegen gesundheitlicher Beschwerden mit einem Rettungswagen zur weiteren medizinischen Abklärung in ein Krankenhaus gebracht werden. Nach derzeitigem Kenntnisstand kam es trotz der erheblichen Brandausbreitung zu keinen schwerwiegenden Personenschäden.
Während des Einsatzes mussten die Löscharbeiten zwischenzeitlich unterbrochen werden, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Außerdem wurde ein geeigneter Ablageplatz für den Abtransport der Papierballen und des bereits abgelöschten Materials eingerichtet.
Der Transport erfolgte mit einem Containerfahrzeug des Betriebs. Bei den Abräumarbeiten wurden die Papierballen auseinandergezogen und immer wieder abgelöscht. Dabei traten erneut Glutnester und Flammenbildungen auf. Auch die Rauchentwicklung hielt weiter an. In den Ballen herrschte teilweise noch erhebliche Hitze.
Unter der Leitung von Einsatzleiter Andreas Kroll waren insgesamt rund 150 Einsatzkräfte im Einsatz. Bei den Löscharbeiten wurden 30 Atemschutztrupps eingesetzt. Der Einsatz dauerte rund acht Stunden und zog sich bis in die frühen Morgenstunden.