Region (dk) – Der Goldpreis hat vor einigen Tagen ein neues Allzeithoch erreicht und ist seit Jahren auf einem hohen Niveau. Auch in der Region spüren Goldhändler die große Nachfrage. Maria Dülger, Betreiberin des Goldankaufs Pforzheim, ordnet die aktuelle Lage ein und erklärt, warum Gold für viele Menschen wieder besonders interessant ist.
Aktuell beweget sich der Goldpreis auf einem sehr hohen Niveau. Zwar habe es zuletzt starke Schwankungen gegeben, insgesamt sei der Preis aber außergewöhnlich hoch.
„Der Goldpreis liegt aktuell auf einem hohen Niveau“, sagt Dülger. In den vergangenen Wochen habe der Preis sogar zeitweise bei über 150 Euro pro Gramm gelegen, bevor es zu einer Korrektur kam. Solche Bewegungen seien normal: Der Preis steige stark an und korrigiere sich dann wieder nach unten – bleibe aber insgesamt hoch.
Die Gründe für den hohen Goldpreis sieht Dülger in mehreren globalen Faktoren. „Wenn man sich die geopolitischen Faktoren anschaut, wir haben Kriege, wir haben […] Handelskonflikte, es sind politische Spannungen“, erklärt sie. In solchen Zeiten wollten viele Menschen ihr Geld in Sicherheit bringen. „Gold gilt als sicherer Hafen“, so Dülger.
Hinzu kommen wirtschaftliche Aspekte: niedrige Zinsen, steigende Inflation und eine starke Nachfrage durch Notenbanken. Gerade viele Schwellenländer kauften aktuell so viel Gold wie nie zuvor, um sich vom US-Dollar unabhängiger zu machen. „Und das steigert natürlich auch die Nachfrage nach Gold“, sagt Dülger.
Trotz des hohen Preises warnt die Goldhändlerin vor kurzfristigen Spekulationen. Die aktuellen Schwankungen seien zwar erklärbar, machten schnelle Geschäfte aber riskant.
„Kurzfristig ist es aktuell nicht empfehlenswert“, sagt Dülger deutlich. Wer heute Gold kaufe und es schon wenige Tage später wieder verkaufen wolle, könne „keine guten Gewinne erzielen, womöglich sogar Verluste“.
Als langfristige Geldanlage hält Dülger Gold weiterhin für sinnvoll. „Aus meiner Sicht ist das eine sichere Anlage in Gold zu investieren“, sagt sie – vorausgesetzt, man plane langfristig.
Sie rät dazu, nur einen Teil des verfügbaren Vermögens in Gold anzulegen und dieses mehrere Jahre liegen zu lassen. „Wenn man sich erlauben kann, das für die nächsten fünf, zehn Jahre zurückzulegen, dann gibt es da auf jeden Fall größere Gewinne“, so Dülger.
Viele Menschen besitzen bereits Gold, etwa in Form von geerbtem Schmuck. Ob es sich tatsächlich um Gold handelt, lässt sich oft schon erkennen.
„Goldstücke sind oft gestempelt. Das nennt man Punze“, erklärt Dülger. Typische Zahlen wie 333, 585 oder 750 geben den Goldgehalt an. Wer unsicher ist, sollte das Schmuckstück bei einem seriösen Goldhändler prüfen lassen.
Beim Goldhändler wird der Schmuck zunächst auf Echtheit geprüft und nach Goldgehalt sortiert. „Wir gucken uns jedes Schmuckstück an sich selbst an und analysieren das“, sagt Dülger. Anschließend werde alles im Beisein der Kundinnen und Kunden auf einer geeichten Waage gewogen.
Der Preis richte sich nach dem Tageskurs, danach gebe es sofort ein Angebot. Wichtig sei Transparenz: „Das sollte es auch bei jedem seriösen Goldhändler sein.“
Wer sich von einem Schmuckstück nicht trennen möchte, habe auch die Möglichkeit eines Pfanddarlehens. Dann kann der Schmuck später wieder ausgelöst werden.
Für viele sei jetzt ein guter Moment, vor allem wenn der Schmuck schon lange im Besitz ist. „Dann ist es immer ein guter Zeitpunkt aktuell, weil Gewinne nimmt man jetzt mit von Investitionen der letzten Jahre“, sagt Dülger.
Sie rät aber dazu, ohne Zeitdruck zu verkaufen und sich mehrere Angebote einzuholen.
Ob der Goldpreis wieder deutlich fällt, bezweifelt Dülger. „Ich persönlich nicht glaube, dass der Goldpreis noch mal wirklich richtig krass abstürzt“, sagt sie.
Wer investieren möchte, könne den Preis beobachten und sich ein Ziel setzen – etwa bei 130 Euro pro Gramm. Ein echtes Schnäppchen erwarte sie jedoch nicht.
Ihr Fazit: Gold könne sich auch jetzt lohnen – als langfristige Anlage, nicht als schneller Deal.