Hockenheim (pm/dk) – David Guetta, Ayliva, Mark Forster und viele weitere Stars kommen an den Hockenheimring: Vom 3. bis 6. September steigt dort wieder das Glücksgefühle-Festival. Rund 250.000 Menschen waren im vergangenen Jahr dabei. Auch 2026 ist das Festival nahezu ausverkauft.
Zu den Topacts gehören in diesem Jahr der französische Star-DJ David Guetta, Sängerin Ayliva und Popsänger Mark Forster.
Am Freitag stehen unter anderem Ayliva, Marteria, Scooter, Ski Aggu, Andreas Gabalier und Mia Julia auf dem Programm.
Am Samstag treten unter anderem David Guetta, Mark Forster, Jazeek, die No Angels, Culcha Candela und Max Giesinger auf.
Organisiert wird das Festival seit 2023 vom früheren Fußballnationalspieler Lukas Podolski und Musikmanager Markus Krampe.
Für Aufsehen sorgt kurz vor dem Festival die Absage von Alphaville. Die Band um Sänger Marian Gold sollte eigentlich am Freitag auf dem Hockenheimring auftreten, wurde von den Veranstaltern aber ausgeladen. Hintergrund sind politische Äußerungen bei früheren Auftritten. Die Festivalleitung erklärte, dass die Bühne keine Plattform für politische Aussagen sein solle – unabhängig davon, ob diese von rechts, links oder aus einer anderen politischen Richtung kämen. Nach Angaben der Veranstalter war Alphaville in diesem Jahr bereits bei zwei anderen Veranstaltungen zu Gast. Beim ersten Auftritt habe es zahlreiche politische Aussagen von der Bühne gegeben, vor dem zweiten sei deshalb ausdrücklich darum gebeten worden, darauf zu verzichten. Vor dem Glücksgefühle-Festival sei dieser Standpunkt noch einmal deutlich gemacht worden.
Alphaville kritisiert die Entscheidung scharf. Sänger Marian Gold sprach auf Facebook von einem „Maulkorberlass“ und bezeichnete die Einschränkung der Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit als „absolut untragbar und erschütternd“. Gold hatte sich zuletzt bei Konzerten unter anderem gegen rechtsradikale Tendenzen sowie für Freiheit, Toleranz und Demokratie ausgesprochen. Die Veranstalter betonen hingegen, es gehe nicht um die politische Haltung der Band, sondern ausschließlich um den Rahmen des Festivals. Die Besucherinnen und Besucher sollen dort den Alltag hinter sich lassen, abschalten und eine gute Zeit haben können. Da sich beide Seiten auf diese Vorgabe nicht einigen konnten, kommt es nicht zum geplanten Auftritt.
Auch in den sozialen Netzwerken sorgt die Ausladung von Alphaville für viele Reaktionen. Auf Instagram und Facebook kritisieren Nutzerinnen und Nutzer die Entscheidung der Veranstalter. So heißt es etwa, „mit dem Rauswurf von Alphaville hätte man das Festival erst recht politisch gemacht“ oder „gegen Rechtsextremismus ein Zeichen setzen ist gerade jetzt so wichtig“. In den Kommentaren wird zudem darauf verwiesen, dass auch andere Künstler im Line-up sich in der Vergangenheit politisch geäußert oder öffentlich gegen Rechts positioniert haben. Dazu zählen unter anderem 01099, Zartmann, Mark Forster, Ski Aggu und Bausa, die sich auf unterschiedlichen Wegen – etwa auf Instagram oder bei Konzerten – gegen Rechts ausgesprochen haben. Gleichzeitig stand Andreas Gabalier bereits wegen der mutmaßlichen Verwendung rechtsextremer Symbole in der Kritik. Die Diskussion zeigt damit auch, dass politische Äußerungen und Positionierungen bei mehreren Künstlern des Festivals schon zuvor eine Rolle gespielt haben.
Nach Angaben der Veranstalter waren zuletzt weniger als 1.000 Tickets verfügbar. Tagestickets kosten aktuell ab 149 Euro.
Tickets für das gesamte Wochenende gibt es ab 259 Euro pro Person bei einem Gruppenticket für vier Personen.
Wer kein reguläres Ticket mehr bekommt, kann außerdem den offiziellen Resale nutzen.
Neu gestaltet wurde in diesem Jahr die Cloud 9 Stage. Mit einem zusätzlichen Sky Access Ticket können Besucher die DJ-Sets erstmals direkt von der Bühne aus erleben.
Das Ticket kostet 149 Euro für das gesamte Wochenende und kann nur zusammen mit einem regulären Festival-Ticket genutzt werden.
Neu ist außerdem das bargeldlose Bezahlsystem. Bezahlt wird auf dem Festivalgelände mit sogenannten „Glücks-Coins“, die auf dem Chip des persönlichen Festivalbands gespeichert werden. Guthaben kann bereits vor dem Festival online aufgeladen werden.
Auch abseits der Konzerte ist einiges geboten. Auf dem Gelände gibt es unter anderem einen XXL-Kettenflieger, ein Riesenrad und eine Zipline über den zentralen Bereich des Festivals.
Dazu kommen der Technobus, eine Motocross-Freestyle-Stuntshow und „Poldis Sports Club“.
Kostenlose Trinkwasserstationen soll es sowohl auf dem Festival- als auch auf dem Campinggelände geben.
Zutritt zum Glücksgefühle-Festival haben ausschließlich Volljährige. Kinder und Jugendliche dürfen auch in Begleitung ihrer Eltern oder anderer Erziehungsberechtigter nicht auf das Festivalgelände.
Mitgenommen werden dürfen unter anderem kleine Handtaschen, Bauchtaschen, Clear Bags bis DIN A4, Mobiltelefone, kleine Powerbanks und faltbare Flaschen bis 500 Milliliter.
Nicht erlaubt sind unter anderem größere Taschen, Essen und Getränke, Bengalos, Waffen, Selfie-Sticks, Sitzmöbel und Kameras mit Wechselobjektiv.
Für Besucher aus der Region Karlsruhe ist die Anreise auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Die S9 sowie zeitweise die S12 fahren ohne Umstieg von Karlsruhe zum Bahnhof Hockenheim.
Vom Bahnhof bis zum Festivalgelände sind es laut Verkehrsverbund Rhein-Neckar rund 30 Minuten zu Fuß.
Das Festival-Ticket gilt gleichzeitig als Fahrschein für Bus, Straßenbahn sowie RE, RB und S-Bahn im gesamten Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar. Auf mehreren Verbindungen soll es zusätzliche Fahrten geben.
Wer mit dem Auto kommt, kann die offiziellen Parkplätze kostenlos nutzen.
Die Veranstalter empfehlen, vorher die Festival-App „Glücksgefühle Festival“ herunterzuladen. Darin ist das Nunav-Tool integriert, das Besucher über passende Routen zu den jeweiligen Park- und Campingplätzen führen soll.
Auf dem Festivalgelände selbst ist alles zu Fuß erreichbar. Von den weiter entfernten Campingplätzen C8 und C9 werden Shuttleverbindungen angeboten.