"Glücksatlas": Lebenszufriedenheit wegen Corona auf historischem Tief

10. November 2021 , 10:30 Uhr

Bonn/Stuttgart (dpa/lk) – Die Corona-Krise hat die Lebenszufriedenheit der Deutschen einer Umfrage zufolge auf einen historischen Tiefstand gedrückt. Das geht aus dem neuen „Glücksatlas“ der Deutschen Post hervor, der am Mittwoch in Bonn veröffentlicht wurde. Auch die Menschen in Baden-Württemberg sind nicht mehr so zufrieden, wie noch im Jahr zuvor.

Historischer Tiefstand

Auf einer Skala von 0 bis 10 bewerteten die Befragten darin ihre allgemeine Zufriedenheit im Jahr 2021 im Schnitt mit 6,58 Punkten. Das war noch weniger als im Jahr zuvor (6,74) – und der niedrigste Stand seit Beginn der Erhebung 1984. 2019, also vor der Pandemie, hatte der Wert mit 7,14 Punkten noch auf einem Rekordniveau gelegen.

Corona drückt Glücksniveau

Die Ergebnisse stehen der Untersuchung zufolge im direkten Zusammenhang mit Corona. In den Monaten mit Lockdown sind die Deutschen unglücklicher als in Monaten ohne.  „Je höher die Infektionszahlen und je strikter die Maßnahmen, desto niedriger das Glücksniveau“, heißt es im „Glücksatlas“. Besonders deutlich wird das bei der Zufriedenheit mit der eigenen Freizeitgestaltung: Sie stürzte auf 5,0 Punkte ab – vor der Pandemie lag sie noch bei 7,21 Punkten.

„Glücksschub“ durch Impfung

Betrachtet wurden auch die Auswirkungen einer Impfung gegen das Coronavirus. Sie löse bei Geimpften einen „deutlichen Glücksschub“ aus und hebe die Lebenszufriedenheit im Schnitt um 0,52 Punkte, so die Autoren. Grundsätzlich sind Geimpfte glücklicher als Ungeimpfte. Knapp 70 Prozent sind optimistisch, dass sich die Coronakrise bewältigen lässt, wenn ein Großteil der Bevölkerung geimpft ist.

Glücksranking der Regionen

Die glücklichsten Deutschen leben 2021 in Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt. Mit Sachsen-Anhalt steht erstmals ein ostdeutsches Bundesland an der Spitze. Bayern erreicht Platz drei. Rheinland-Pfalz kommt auf den achten Rang. Baden-Württemberg rutschte vom dritten Platz im vergangenen Jahr ins untere Mittelfeld ab. Auf den hinteren Rangplätzen finden sich gleichermaßen ost- und westdeutsche Bundesländer. Schlusslicht ist diesmal weit abgeschlagen Berlin.

Nur erste Jahreshälfte abgebildet

Für die Untersuchung im Auftrag der Deutschen Post hatte das Institut für Demoskopie Allensbach mehr als 8.400 Menschen deutschlandweit in einer repräsentativen Umfrage interviewt. Befragt wurden sie zwischen Januar und Juni 2021. Die Corona-Lage in der zweiten Jahreshälfte ist in den Daten also nicht abgebildet.

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