Gesundheitsminister Lucha will telefonische Krankschreibung beibehalten

20. Januar 2026 , 13:33 Uhr

Baden-Württemberg (dpa/dk) – Nach der Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz an hohen Krankmeldungen in Deutschland ist eine Debatte entbrannt. Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha positioniert sich klar – und stellt sich hinter die telefonische Krankschreibung.

Lucha: Telefonische Krankschreibung weiter sinnvoll

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) will auch künftig an der Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung festhalten. Er wolle dieses Instrument in seiner jetzigen Form aufrechterhalten, sagte Lucha in Stuttgart.

Die telefonische Krankschreibung sei bewusst eingeführt worden, um überfüllte Arztpraxen zu vermeiden und das Risiko von Infektionen zu senken.

Auslöser: Kritik von Kanzler Merz

Lucha reagierte damit auf jüngste Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz. Der hatte bei einem Wahlkampfauftritt in Bad Rappenau den aus seiner Sicht hohen Krankenstand in Deutschland kritisiert.

Nach Angaben von Merz kommen Beschäftigte in Deutschland im Schnitt auf 14,5 Krankentage.
„Das sind fast drei Wochen, in denen die Menschen in Deutschland aus Krankheitsgründen nicht arbeiten. Ist das wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig?“, sagte der Kanzler.

Union stellt Regelung infrage

Merz kündigte an, mit dem Koalitionspartner SPD über die telefonische Krankschreibung sprechen zu wollen. Diese gilt seit dem Jahr 2021. Die Union drängt auf eine Abschaffung.

„Während der Coronazeit begründet richtig, heute immer noch?“, fragte Merz.

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