Geothermie-Gipfel in Ettlingen

24. April 2024 , 04:21 Uhr

Ettlingen (pm/tk) – Im Rheingraben bohren mehrere Unternehmen nach Erdwärme. Rund 200 Interessierte aus Politik, Verwaltung und Energiewirtschaft kamen am Dienstag in die Ettlinger Stadthalle zum ersten Tiefengeothermiegipfel Oberrhein.

Baustein zur Energiewende

Eingeladen hatten die Regionalverbände Mittlerer Oberrhein, Südlicher Oberrhein, Hochrhein-Bodensee und der Verband Region Rhein-Neckar. Mit auf dem Podium war Staatssekretär Dr. Andre Baumann vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft. „Für eine nachhaltige Energiewende im Land ist die tiefe Geothermie ein sicherer und zuverlässiger Baustein. Geothermie stinkt nicht, raucht nicht, macht keinen Krach und braucht wenig Platz“, betonte Baumann eingangs.

Oberrheingraben birgt Potenzial

Der Vorsitzende des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein, Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, verdeutlichte bereits in seiner Einführung die Anstrengungen, die von den Kommunen und Energieagenturen in den Regionen durchgeführt werden, um die Wärmewende zu realisieren: „Wir müssen unser deutschlandweit fast einzigartiges Potenzial am Oberrhein nutzen.“ Die Verbandsversammlung des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein habe dementsprechend bereits 2022 ein Positionspapier zur Tiefengeothermie mit überwältigender Mehrheit verabschiedet. Demzufolge gehe es nicht mehr um das „Ob“, sondern um das „Wie und Wo“.

Juristische und technische Fragen

Über die erforderliche bergrechtliche Genehmigung für Tiefengeothermieprojekte informierte Professor Dr. Jörg-Detlef Eckhardt. Der Leiter des Landesamtes für Geologie, Rohstoffe und Bergbau aus dem Regierungspräsidium Freiburg unterstrich dabei die damit verknüpften, verpflichtenden Maßnahmen der Betreiber zur Vermeidung eines Schadensfalls. Weiter erläuterte er, dass in Baden-Württemberg nur die hydrothermale Geothermie zulässig sei.

Welche Möglichkeiten die Tiefengeothermie als regionale Wärmequelle bietet, erläuterte im Anschluss der Leiter des Landesforschungszentrums für Geothermie am KIT (Karlsruher Institut für Technologie), Professor Dr. Frank Schilling aus der Sicht der Wissenschaft. Daran anknüpfend gab Matthias Meier, Geschäftsführer des Wärmeverbundes Riehen, den anwesenden Vertreterinnen und Vertretern der Regionen einen Einblick in die Planung und den Betrieb eines erfolgreich laufenden Tiefengeothermiewerkes und die Anbindung an ein Wärmenetz.

Der Oberrheingraben verfüge deutschlandweit in vergleichbaren Tiefen über hohe Temperaturen und berge dadurch ein enormes Potenzial für die Umsetzung der Energie- und Wärmewende. Der Realisierung tiefengeothermischer Projekte stünden jedoch immer wieder Herausforderungen entgegen, die eine schnelle und raumverträgliche Umsetzung erschweren. Im Rahmen des Tiefengeothermiegipfels konnten dazu aktuelle Fragestellungen aufgegriffen und mögliche Lösungsansätze aufgezeigt werden.

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