Futtermangel wegen Trockenheit - Land ruft Katastrophenfall für Bio-Bauern aus

10. August 2026 , 10:34 Uhr

Stuttgart (dpa/tk) – Warum Baden-Württemberg den Katastrophenfall für Bio-Bauern ausgerufen hat und welche weiteren Hilfen Agrarministerin Gentges in Aussicht stellt.

Bio-Höfe dürfen auch konventionelles Futter kaufen

Nach wochenlanger Trockenheit wird der Futtermangel für viele Landwirte zum drängenden Problem. In einem ersten Schritt hat das Land deshalb für Bio-Bauern den Katastrophenfall im Sinne des europäischen Ökorechts ausgerufen. Bio-Höfe dürfen nun unter bestimmten Voraussetzungen auch konventionelles Grünland- und Ackerfutter kaufen, wie das Ministerium mitteilte. Betroffen sind vor allem Raufutter wie Heu und Silage sowie Feldfutter wie Ackergras und Klee.

Die Regelung gilt bereits seit Freitag. Wer Futter zukaufen muss, kann bei der zuständigen Öko-Behörde beim Regierungspräsidium Karlsruhe einen Antrag stellen. Zuvor hatte der Südwestrundfunk darüber berichtet.

Nach Zahlen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg gab es zuletzt 4780 ökologisch wirtschaftende Betriebe in Baden-Württemberg (Stand 2023). Das entspricht einem Anteil von 14,6 Prozent der Betriebe.

Land will Paket für Bauern schnüren

Das Ministerium bereitet weitere Schritte vor, um den Landwirten unter die Arme zu greifen. So könnten nach Angaben von Landwirtschaftsministerin Marion Gentges (CDU) Brachflächen vorübergehend für den Futteranbau genutzt werden. Zudem prüft das Ministerium, ob die Betriebe bei Transport- und Beschaffungskosten unterstützt werden können.

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