Frühling 2026 war deutlich zu warm, sehr sonnig und vielerorts zu trocken

30. Mai 2026 , 21:17 Uhr

BaWü (dpa/ms) – Der Frühling hat sich in Deutschland in diesem Jahr fast schon sommerlich verabschiedet. Nach einer vorläufigen Bilanz des Deutschen Wetterdienstes war es zwischen März und Mai deutlich wärmer als im langjährigen Durchschnitt. Dazu gab es außergewöhnlich viele Sonnenstunden – und in vielen Regionen zu wenig Regen.

Frühling gehört wohl zu den zehn mildesten seit Messbeginn

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes lag die Durchschnittstemperatur im Frühjahr 2026 bundesweit bei 9,9 Grad. Das sind rund 2,2 Grad mehr als im Vergleichszeitraum 1961 bis 1990.

Damit dürfte dieser Frühling zu den zehn mildesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 gehören. Daran änderten auch einzelne kältere Phasen nichts – etwa Ende März oder rund um die Eisheiligen im Mai.

Der kälteste Wert wurde laut DWD am 28. März in Oberstdorf gemessen. Dort waren es minus 15,5 Grad.

Hochsommerlicher Schlusspunkt am Oberrhein

Besonders das warme Maiende hat die Bilanz noch einmal nach oben gedrückt. Der Deutsche Wetterdienst spricht von einem „sommerlich bis regional hochsommerlichen Schlusspunkt“.

Am Samstag werden im Oberrheingraben sogar etwa 34 Grad erwartet. Damit bekommt der Frühling ausgerechnet zum Ende hin noch einmal ein Wettergefühl, das eher an den Hochsommer erinnert.

Viel Sonne: Frühjahr erinnerte teils an südlichere Regionen

Auch bei der Sonne war der Frühling 2026 außergewöhnlich. Bundesweit kamen rund 692 Sonnenstunden zusammen. Das liegt etwa 48 Prozent über dem langjährigen Mittel.

Der DWD beschreibt das Frühjahr deshalb als ungewöhnlich sonnig. Vor allem im Norden und Nordosten wurden gebietsweise mehr als 750 Sonnenstunden erreicht. Laut Wetterdienst erinnerte das stellenweise eher an südlichere Breiten als an ein klassisches mitteleuropäisches Frühjahr.

Bereits 2025 war das Frühjahr sehr sonnig gewesen. 2026 ist damit das zweite Sonnenschein-Extrem in Folge.

Berlin mit den meisten Sonnenstunden

Im Vergleich der Bundesländer lag Berlin vorne. Dort schien die Sonne im Frühjahr 741 Stunden lang – ein Rekordwert für ein Frühjahr in der Hauptstadt.

Auf Platz zwei folgte Mecklenburg-Vorpommern mit rund 737 Sonnenstunden. Auch in Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Brandenburg wurden mehr als 700 Sonnenstunden gemessen.

Bundesweit deutlich zu wenig Regen

Neben Wärme und Sonne war auch Trockenheit ein großes Thema. Bundesweit fielen im Frühjahr rund 126 Liter Regen pro Quadratmeter. Das entspricht nur etwa 68 Prozent des langjährigen Mittels.

Besonders trocken war der April. Er erreichte laut DWD nur gut die Hälfte der üblichen Regenmenge.

Am meisten Niederschlag gab es im Mittelgebirge und am Alpenrand. Dort kamen örtlich etwa 250 Liter pro Quadratmeter zusammen. Besonders heftig regnete es Mitte April in Röbel/Müritz in der Mecklenburgischen Seenplatte. Dort fielen rund 83,4 Liter pro Quadratmeter – mehr als sonst in einem durchschnittlichen April.

Teile Süddeutschlands außergewöhnlich trocken

Während lokal also sehr große Regenmengen gefallen sind, blieb es in Teilen Süddeutschlands außergewöhnlich trocken. Bayern steuert nach den jüngsten Berechnungen sogar auf das trockenste Frühjahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 zu.

Am trockensten war es im Bundesländervergleich in Bremen und Berlin. Dort kamen jeweils nicht einmal 100 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen.

Saarland am wärmsten, Rheinland-Pfalz auf Platz zwei

Am wärmsten war es im Frühjahr im Saarland. Dort lag die Durchschnittstemperatur zwischen März und Mai bei 11,2 Grad. Der DWD bewertet das als außergewöhnlich.

Vor allem die hochsommerlich geprägte letzte Maidekade hat das Temperaturniveau deutlich angehoben. Zeitweise wurden mehr als 30 Grad gemessen.

Auf Platz zwei folgte Rheinland-Pfalz mit 10,8 Grad. Am kühlsten war es dagegen in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils 9,1 Grad. Am Fichtelberg fiel Mitte Mai sogar noch einmal Schnee.

Der Mai brachte erst Kälte, dann Sommerhitze

Auch der Mai selbst war ein Monat der Gegensätze. Erst machten die Eisheiligen ihrem Namen alle Ehre, danach brachte das Monatsende vielerorts hochsommerliche Temperaturen.

Im Schnitt lag die Temperatur im Mai bei 14,1 Grad. Das sind 2,0 Grad mehr als im Vergleichszeitraum 1961 bis 1990.

Beim Regen blieb der Mai bundesweit knapp unter dem Soll. Rund 65 Liter pro Quadratmeter wurden gemessen. Das entspricht gut 92 Prozent der üblichen Menge. Die Sonne zeigte sich dagegen fast überall häufiger als sonst. Insgesamt kamen im Mai 254 Sonnenstunden zusammen.

Daten sind noch vorläufig

Die Bilanz basiert auf einer vorläufigen Auswertung des Deutschen Wetterdienstes. Grundlage sind die Ergebnisse von rund 2.000 Messstationen. Die Sonnenscheindauer wird teilweise auch aus Satellitendaten abgeleitet.

Die Werte für die letzten drei Tage des Frühjahrs beruhen noch auf Prognosen. Deshalb können sich einzelne Zahlen noch leicht verändern.

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