Pforzheim (dpa/dk) – Peter Freudenthaler, Sänger der Band Fools Garden und Stimme hinter dem Welthit „Lemon Tree“, blickt mit Skepsis auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in kreativen Prozessen. Zwar würden die technischen Möglichkeiten immer besser, doch für ihn gehe dabei etwas Entscheidendes verloren.
„Diese zwei, drei Tage, wo ich mir den Kopf zerbreche, mich dann freue, dass ich etwas fertiggemacht habe, dieses Gefühl geht uns verloren“, sagte der 62-Jährige im Interview mit Hit Radio FFH.
Freudenthaler stört weniger das Ergebnis, sondern der fehlende Weg dorthin. Als Musiker sei genau dieser Prozess wichtig – das Ringen um Ideen, das Zweifeln und am Ende das Erfolgserlebnis.
Um seine Haltung zu erklären, griff der baden-württembergische Musiker zu einem Alltagsvergleich:
„Wenn ich eineinhalb Stunden meinen Rasen mähe, mir dann ein Bier aufmache und mich am Anblick erfreue, wie schön das jetzt aussieht, oder wenn ich mir gleich ein Bier aufmache und den Mähroboter darüber laufen lasse, dann ist das etwas anderes. Darauf möchte ich nicht verzichten.“
Auch über den Erfolg von „Lemon Tree“, der inzwischen rund 30 Jahre alt ist, sprach Freudenthaler. Der Song sei nicht kalkuliert gewesen, sondern eher ein glücklicher Zufall. Rückblickend bezeichnete er den Hit als einen „Knaller im Rückblick“.
Der unbeschwerte Song schaffte es sogar in den Unterricht von Schulklassen. In den Jahren danach spielten Fools Garden Konzerte in Hallen und Stadien – nicht nur in Deutschland, sondern unter anderem auch in Weißrussland und Malaysia.
Für Freudenthaler steht fest: Auch wenn KI immer mehr kann, möchte er auf den menschlichen Teil der Kreativität nicht verzichten. Gerade dieses persönliche Erfolgserlebnis mache Musik – und viele andere Dinge im Leben – erst wirklich wertvoll.