Flirten, balzen, zwitschern - zum Valentinstag plaudert der NABU aus dem Nestchen

13. Februar 2026 , 09:52 Uhr

Region (pm/tk) – Noch ist es winterlich, doch in den Morgenstunden ist mehr und mehr Vogelgesang zu hören. Viele Vögel haben bereits Frühlingsgefühle und sind auf der Suche nach einem Partner. Zum Valentinstag am 14. Februar gibt der NABU Einblick in das Liebesleben einiger Arten.

Waldkauz: Erst prüfen, dann binden

Ein früher Flirter ist der Waldkauz. Seine Balz hat bereits im Januar begonnen. Durch „kollernde“ Rufe weisen verliebte Käuze der Dame ihres Herzens den Weg zu ausgewählten Revieren. Mit der Balzfütterung präsentieren sie ihre Jagdkünste. Ist die Waldkäuzin mit Qualität und Menge der Beute sowie mit dem angebotenen Brutplatz zufrieden, entscheidet sie sich für eine meist lebenslange Paarbeziehung. Etwa Anfang bis Mitte März legt das Weibchen zwei bis sechs Eier. Nach vier Wochen schlüpfen die Jungen.

Gefiederte Sänger stecken ihr Revier ab

Kohl- und Blaumeisen lassen derzeit vor allem bei gutem Wetter und in den Morgenstunden ihren zwitschernden Gesang ertönen. Das sind hauptsächlich die Männchen. „Wie bei den meisten Vögeln wählen auch die Meisen-Weibchen ihren Herzbuben“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Stefan Bosch. Mit ihren Gesängen stecken die Männchen ihr Revier ab und imponieren Weibchen. „Die besten Chancen haben Sänger, die besonders variantenreich singen. Auch der optische Eindruck ist wichtig“, so Bosch. Forschungen zeigen: Vögel, die ein glänzendes, farbenprächtiges Gefieder haben, werden vom Weibchen bevorzugt. Dies deutet darauf hin, dass der Bewerber vital und gesund ist – und hoffentlich viele gesunde Nachkommen zeugen kann.

Rebhuhn sucht Partner fürs Leben

Auch der Vogel des Jahres, das Rebhuhn, schaut sich bereits nach einem Partner um. Das gilt für Vögel, die sich zum ersten Mal paaren wollen. „Ist erst einmal ein Partner gefunden, hält die Verbindung auch bei den Rebhühnern oft ein Leben lang“, so Bosch. Die Rebhuhnbalz beginnt jetzt im Spätwinter, wenn sich die Familienverbände auflösen, die zum Schutz vor Fuchs und Habicht den Winter gemeinsam verbracht haben. Die Hähne stecken dann rufend – „kirräck“ – ihre Reviere ab und werben um Partnerinnen. In den frühen Morgen- und Abendstunden sind diese Liebes-Rufe in der offenen Feldflur zu hören.

Ländlicher Morgenrufer

Ein „Early Bird“ ist auch die Feldlerche. Ihre Gesangssaison beginnt, sobald die Vögel im Februar und März aus dem Süden zurückkehren. Dann trällert sie bereits vor der Morgendämmerung bis zum Abend. Mit den Feldlerchen kehren auch die Kiebitze aus Südwest-Europa zurück. Im März besetzen sie ihre Brutreviere auf frisch ergrünten feuchten Wiesen und Feldern. Dann begleitet ihr namensgebendes „Ki-witt“ als Soundtrack die akrobatischen Balzflüge der Männchen.

Störche und ihr Horst

Selbst bei der besten Wahl klappt es auch unter Vögeln nicht immer mit der ewigen Liebe: „Bei Weißstörchen gilt die Treue weniger dem Partner oder der Partnerin, ihr Herz gehört ihrem Horst, dem sie treu bleiben“, weiß der Ornithologe Bosch. Wenn die Geliebte des Vorjahres am alten Nest wieder eintrifft – gut. Wenn nicht, hat der Storch kein Problem, für eine andere Dame zu klappern und mit ihr eine neue Saisonehe einzugehen.

Damit die Vögel, die in unseren Siedlungen leben, in eine erfolgreiche Balz- und Brutsaison starten können, kann jeder und jede etwas tun: „Wer einen Garten oder einen Balkon hat, gestaltet ihn am besten naturnah. Heimische früchtetragende Gehölze, Stauden, eine wilde Ecke sowie der Verzicht auf Pestizide und Kunstdünger sorgen dafür, dass Vögel Nahrung und Brutplätze finden“, rät Bosch.

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