Flaschenwurf auf Polizeibeamte im Bahnhof Rastatt

16. Februar 2026 , 11:37 Uhr

Rastatt (pol/tk) – Bundespolizisten wollten einen Mann im Bahnhof Rastatt kontrollieren, doch der attackierte die Beamten. Leider kein Einzelfall, wie die aktuelle Statistik beweist.

Mann widersetzt sich Polizeikontrolle

Am Samstagmittag wollten Beamte der Bundespolizei am Treppenabgang zur Bahnhofsunterführung einen 30-Jährigen kontrollieren. Dieser flüchtete zunächst in die Unterführung, schrie lautstark und warf unvermittelt eine Glasflasche in Richtung der Beamten. Die mussten ausweichen und wurden durch Glasscherben getroffen, aber nicht verletzt.

Der nigerianische Staatsangehörige wurde daraufhin mittels Handfesseln fixiert und zur Dienststelle verbracht. Bei der Durchsuchung wurde ein deutscher Aufenthaltstitel aufgefunden. Im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen wurde der Mann mit einer Anzeige wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte auf freien Fuß belassen.

Gewalt gegen Polizei auf hohem Niveau

Der Fall aus Rastatt passt leider zur Zahlen, die Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Wochenende verkündete: Die Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten iverharrt auf besorgniserregendem Niveau – trotz leichter Rückgänge in einzelnen Bereichen. Im vergangenen Jahr wurden 6.299 Fälle registriert. Das ist nur rund ein Prozent weniger als im Rekordjahr 2024.

14.586 Mal wurden Polizistinnen und Polizisten demnach Opfer von Gewalt – so viele wie nie, so das Ministerium. Die Zahl verletzter Polizisten sank jedoch um 8,9 Prozent: 2.535 Beamte wurden 2025 verletzt, darunter 16 schwer.

Innenminister Thomas Strobl (CDU) spricht von einem «gesamtgesellschaftlichen Problem», das «längst keine Randerscheinung mehr» mehr sei. Der Ton werde rauer. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Fälle laut Innenministerium gar um 43,4 Prozent gestiegen. Die Bandbreite reicht von Beleidigungen und Bedrohungen über Widerstand und tätliche Angriffe bis hin zu versuchten Tötungsdelikten.

Die Uniform 2.0

Zwar sank die Zahl der Messerangriffe gegen Polizeibeamte im Jahr 2025 um acht auf 47 Fälle. Laut Strobl seien das aber immer noch alarmierende Zahlen und «genau 47 zu viel». Neun Beamte wurden dabei leicht, zwei schwer verletzt. Getötet wurde im vergangenen Jahr kein Polizist bei einem Angriff. 2024 starb der Polizist Rouven Laur nach einem Messerangriff auf dem Mannheimer Marktplatz.

Um die Beamten vor Messerangriffen besser zu schützen, wird die Polizeiuniform in Baden-Württemberg nun weiterentwickelt. Die Uniformen werden mit sogenannten schnitthemmenden Elementen ausgestattet. «Wir wollen so alles dafür tun, unsere Polizistinnen und Polizisten bestmöglich auch vor brutalsten Angriffen zu schützen», so Strobl. Er will die neuen Kleidungsstücke am Montag der Öffentlichkeit präsentieren. Mit der «Blauen Uniform 2.0» würden künftig empfindliche Körperbereiche mit schnitthemmenden Elementen geschützt, so das Ministerium.

Auch Feuerwehr und Rettungsdienst betroffen

Nicht nur die Polizei ist Ziel von Übergriffen. 2025 wurden 216 Fälle von Gewalt gegen Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst erfasst, leicht weniger als im Vorjahr, wo 222 registriert wurden. 91 Helfer wurden verletzt. Seit 2016 sei auch hier ein nahezu kontinuierlicher Anstieg zu beobachten, berichtet das Innenministerium – mit einem Peak im Jahr 2023.

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