Nach Feuertod von Patient – Arzt weist Verantwortung zurück

29. Januar 2026 , 12:02 Uhr
Im Prozess gegen zwei Ärzte und zwei Pflegekräfte, in deren Obhut ein fixierter Patient im Krankenhaus verbrannte, hat einer der Ärzte zum Verhandlungsauftakt jegliche Verantwortung von sich gewiesen. Er habe die Fixierung nicht angeordnet und davon auch keine Kenntnis gehabt, ließ er über seinen Verteidiger vor dem Landgericht Karlsruhe mitteilen.

Arzt weist Verantwortung zurück

Ihm wird Freiheitsberaubung mit Todesfolge vorgeworfen, die anderen drei Angeklagten stehen wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht. Auch sie wollten sich schriftlich zu den Vorwürfen äußern – allerdings zu einem späteren Zeitpunkt.

Fixiert und allein gelassen

Die Angeklagten sollen den betrunkenen Mann, der sich in der Notaufnahme aggressiv verhalten haben soll, im Mai 2023 ohne richterliche Anordnung fixiert und dann über Stunden unbeaufsichtigt gelassen haben. Der 58-Jährige soll in dieser Zeit versucht haben, mit einem Feuerzeug die Gurte in Brand zu setzen und sich so zu befreien. Versehentlich zündete er damit aber die Matratze und seine Kleidung an. Ein Feuer brach aus, dem er nicht entkommen konnte.

Bei lebendigem Leibe verbrannt

Er «verbrannte bei lebendigem Leib und vollem Bewusstsein», sagte Anwalt David Schneider-Addae-Mensah, der die Frau des Opfers als Nebenklägerin vertritt. Die stundenlange Fixierung sei nicht genehmigt gewesen und es habe auch keine Sitzwache gegeben, wie eigentlich vorgeschrieben. Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts für die Fixierung von Patienten seien nicht im Entferntesten eingehalten worden. Das Helios-Klinikum in Pforzheim, in dem sich der Fall ereignet hatte, äußerte sich mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht.

Für den Prozess mit insgesamt neun Verhandlungstagen sind neun Zeugen und vier Sachverständige geladen. Ein Urteil könnte am 19. März fallen.

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