Festnahme in Karlsruhe - Telefonbetrüger fordern 40.000 Euro

25. Mai 2022 , 09:12 Uhr

Karlsruhe (pol/tk) – In Karlsruhe ist der Kurier einer Telefonbetrüger-Bande festgenommen worden. Mit einem sogenannten „Schockanruf“ hatten Unbekannte zuvor eine alte Dame unter Druck gesetzt. Am Ende übergab sie einem 19-Jährigen 40.000 Euro. Doch der konnte bald darauf geschnappt werden.

Enkeltrick hätte fast geklappt

Wie Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium Karlsruhe gemeinsam mitteilten, gaukelten Betrüger bereits am vergangenen Freitag einer 82-jährigen Frau am Telefon vor, dass ihre Enkelin einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe. Lediglich durch die Zahlung einer Kaution in Höhe von 50.000 Euro könne eine Haftstrafe abgewendet werden. Letztlich einigten sich die falschen Polizisten mit der 82-Jährigen auf 40.000 Euro. Die ältere Dame begab sich sodann – in dem Glauben, ihre Enkelin hierdurch vor der drohenden Haft bewahren zu können – wie von den Anrufern gefordert auf die Straße und übergab das Bargeld an den 19-jährigen Beschuldigten.

Kurier sitzt in U-Haft

Kriminalbeamte konnten den Geldabholer kurz danach vorläufig festnehmen und die 40.000 Euro sicherstellen. Der Tatverdächtige wurde am Samstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem zuständigen Haftrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Das für Betrugsdelikte zuständige Dezernat der Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen.

Telefonbetrüger schlagen immer öfter zu

Die Kriminalpolizei möchte aus aktuellem Anlass auf die Betrugsmaschen „Enkeltrick“ und „falscher Polizeibeamter“ hinweisen. In jüngster Zeit ist es im Stadt- und Landkreis Karlsruhe wieder vermehrt zu entsprechenden Anrufen bei überwiegend älteren Bürgerinnen und Bürgern gekommen. Hierbei ist Folgendes zu beachten:

– Die Polizei ruft Sie niemals unter dem Polizeinotruf 110 an.

– Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie den Hörer auf. So werden Sie Betrüger los.

– Werden Sie misstrauisch bei Forderungen nach schnellen Entscheidungen, Kontaktaufnahme mit Fremden sowie bei der Herausgabe von persönlichen Daten, Bargeld, Schmuck oder Wertgegenständen.

– Wählen Sie die 110 und teilen Sie den Sachverhalt mit. Benutzen Sie nicht die Rückruftaste, da Sie sonst wieder bei den Tätern landen.

– Sprechen Sie am Telefon nicht über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.

– Beraten Sie sich mit Ihrer Familie oder Personen, denen Sie vertrauen.

– Vergewissern Sie sich, ob der oder die Anrufer/in tatsächlich eine verwandte Person ist. Legen Sie auf und rufen Sie anschließend den angeblichen Verwandten selbst unter seiner bekannten Telefonnummer zurück.

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