Enzkreis (pol/tk) – Das heftige Unwetter hat vorwiegend den östlichen Landkreis getroffen. Feuerwehr und Polizei bekamen 105 Notrufe gemeldet. Mit dem Stichwort „Unwetterlage“ ist um 20.09 Uhr dann auch der Führungsstab des Enzkreises alarmiert worden.
Ein besonderes Augenmerk wurde auf Straubenhardt gerichtet, wo Anreisetag des Happiness-Festivals war. Die bis zu 5000 Besucherinnen und Besucher wurden vom Veranstalter aufgefordert, den Campingplatz zu verlassen und sich in ihre Fahrzeuge zurückzuziehen. Rund 60 Personen waren im Laufe des Unwetters in die für das gesamte Wochenende vorbereitete Notunterkunft in der Turn- und Festhalle Schwann gekommen. Der Campingplatz wurde am Abend wieder geöffnet.
In Mühlacker wurde eine Windböe mit 126 Stundenkilometern gemessen. Dort wurden Dächer abgedeckt und Bäume blockierten mehrere Straßen, darunter die B35 und die Fuchsensteige. In einer Firma kam es zu einem Wassereintritt und die Tiefgarage des Polizeireviers in der Hindenburgstraße stand unter Wasser.
Allein in Illingen gab es 52 Einsatzstellen, vor allem vollgelaufene Keller. Hier waren zur Unterstützung auch Kräfte aus Neuenbürg, Straubenhardt und Königsbach-Stein im Einsatz. Einen größeren Einsatz gab es auch in Knittlingen. Dort ist eine Giebelwand eines kernsanierten Gebäudes samt Baugerüst eingestürzt.
In Ötisheim stürzte ein Baum auf die Eisenbahnstrecke. Er war von einem Blitz getroffen und in Brand gesetzt worden. Der Baum stürzte auf die Oberleitung und riss diese mit auf die Gleise. Ein Zug kam etwa 100 Meter vor dem Oberleitungsschaden zum Stehen. Er musste evakuiert werden, weil eine Weiterfahrt nicht möglich war. Zwei Personen mussten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. Neun Personen kamen vorübergehend in der Erlentalhalle in Ötisheim unter. In Ötisheim wurden zudem das Feuerwehrhaus und ein Einsatzfahrzeug vom Hagel in Mitleidenschaft gezogen.
Um 22.20 Uhr erfolgte schließlich die Entwarnung über die Warnapp NINA. Der Pegelstand der Enz war den ganzen Abend über deutlich unterhalb der kritischen Marken. In der Spitze waren im Enzkreis insgesamt 310 Einsatzkräfte alarmiert. Über die Integrierte Leitstelle wurden 112 Hilfeersuchen gemeldet, weitere kamen direkt bei den örtlichen Feuerwehren an.