Fast jeder zweite Verurteilte im Südwesten ist Wiederholungstäter

09. Oktober 2023 , 12:54 Uhr

Fast jeder zweite im vergangenen Jahr Verurteilte in Baden-Württemberg hat aus früheren Fehlern wenig gelernt und stand zuvor bereits mindestens ein weiteres Mal vor Gericht.

Vorstrafen keine Seltenheit

Von insgesamt 96 100 rechtskräftig verurteilten Menschen aus dem Jahr 2022 hatten nach Angaben des Justizministeriums vom Montag 40 600 oder 44,4 Prozent schon eine oder mehrere Vorstrafen. Wer nach dem allgemeinem Strafrecht verurteilt wurde und somit keine Jugendstrafe kassierte, ließ es meistens nicht bei einer Tat bleiben, sondern fiel häufiger auf: 10 400 Männer und Frauen hatten bei ihrer Verurteilung im Jahr 2022 bereits eine Vorstrafe (26,9 Prozent), in 5400 weiteren Fällen waren es zwei Vorverurteilungen (14 Prozent). Weitere 13 500 Menschen standen mit drei bis acht Vorstrafen in den Akten (34,9 Prozent) und bei 9300 lagen bereits neun und mehr Vorverurteilungen vor (24,2 Prozent).

Zahl der Verurteilungen leicht gestiegen

Unterm Strich stieg die Zahl der rechtskräftigen Verurteilungen nur leicht – im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent oder 275. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 96 100 Menschen in Baden-Württemberg vor Gericht schuldig gesprochen.

Anzeige
Gericht Richter Urteil Verurteilung Wiederholungstäter

Das könnte Dich auch interessieren

22.01.2026 Bestechung aus Aserbaidschan - Bewährungsstrafe für Ex-CDU-Abgeordneten Fischer München (dpa/tk) - Im Korruptionsprozess gegen den ehemaligen Karlsruher CDU-Bundestagsangeordneten Axel Fischer hat das Oberlandesgericht München ein Urteil gefällt: Der Politiker wurde zu einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung verurteilt. Er soll Bestechungsgelder angenommen haben.  21.04.2026 Streit um Rundfunkbeitrag - Was heute dazu erwartet wird Mannheim (dpa/tk) - Was kann und muss der öffentlich-rechtliche Rundfunk leisten? Am Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg geht es um Vielfalt und Ausgewogenheit. 13.04.2026 Im PFC-Skandal können die Stadtwerke Rastatt auf Millionenentschädigung hoffen Baden-Baden (dpa/tk) - Im Streit um PFC-belasteten Kompost hat das Landgericht Baden-Baden den Stadtwerken Rastatt einen Anspruch auf Entschädigung zugesprochen. Über die genaue Summe ist noch nicht entschieden - aber sie könnte sehr hoch ausfallen. Die Stadtwerke fordern 6,5 Millionen Euro von einem Kompostunternehmer. 22.01.2026 Bewährungsstrafe oder Freispruch für Ex-CDU-Abgeordneten Fischer? München (dpa/tk) - Hat der Karlsruher Ex-CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Fischer Bestechungsgeld aus Aserbaidschan bekommen? Das Münchner Oberlandesgericht will heute ein Urteil fällen.