Pforzheim/Calw (pol/svs) – Zwei Seniorinnen sind Opfer von Telefonbetrügern geworden. Die Täter gaben sich am Telefon als Polizeibeamte aus und brachten die Frauen dazu, Schmuck bereitzulegen. In beiden Fällen wurde der Schmuck von einer Abholerin mitgenommen. Jetzt sucht die Kriminalpolizei Zeugen.
Nach Angaben der Polizei erhielt eine über 60-jährige Frau gegen 11:30 Uhr einen Anruf auf ihrem Festnetztelefon. Der Anrufer gab sich als Polizeibeamter aus. Er behauptete, dass eine Straftat zu ihrem Nachteil bevorstehe und ihre Wertgegenstände im Haus nicht sicher seien.
Die Frau glaubte der Geschichte. Gegen 12:00 Uhr ließ sie eine zuvor angekündigte Komplizin in ihre Wohnung in der Haydnstraße.
Als der Schmuck auf dem Wohnzimmertisch lag, nutzte die Täterin einen günstigen Moment. Sie nahm den Schmuck an sich und flüchtete zu Fuß in unbekannte Richtung.
Die Abholerin in Eutingen wird so beschrieben: etwa 20 Jahre alt, weiße Hose, schwarzes T-Shirt und weiße Baseball-Cap.
Ein fast identischer Fall ereignete sich gegen 10:00 Uhr in Bad Wildbad. Eine lebensältere Seniorin wurde ebenfalls auf ihrem Festnetztelefon von einem Mann angerufen, der sich als Polizeibeamter ausgab.
Auch hier täuschte der Anrufer vor, dass Einbrecher es auf das Hab und Gut der Frau abgesehen haben könnten. Ihre Wertsachen seien im Haus nicht ausreichend gesichert.
Zwischen 13:00 Uhr und 14:00 Uhr kam eine Abholerin zur Wohnanschrift in der Goethestraße. Sie packte den auf dem Tisch bereitgelegten Schmuck in eine Schmuckschatulle und gab vor, die Gegenstände im Fahrzeug überprüfen zu müssen.
Als die Seniorin nach einiger Zeit misstrauisch wurde, weil kein Fahrzeug vor dem Haus stand, rief sie den Notruf.
Die Abholerin in Bad Wildbad wird als schlank beschrieben. Sie hatte kurze, dunkelblonde Haare und trug eine hellblaue Jeans.
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Gesucht werden Zeugen, die in Eutingen oder Bad Wildbad verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise geben können.
Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer 07231 186-4444 entgegen.
Die Polizei gibt aus aktuellem Anlass erneut Tipps, wie Ihr Euch vor solchen Betrugsmaschen schützen könnt.
Wer unsicher ist, sollte die 110 wählen. Wichtig: Nicht die Rückruftaste benutzen, um die Identität des Anrufers zu prüfen. Am besten legt Ihr auf, wenn Ihr nicht sicher seid, wer anruft, oder wenn Ihr Euch unter Druck gesetzt fühlt.
Außerdem rät die Polizei: Sprecht am Telefon nie über persönliche oder finanzielle Verhältnisse. Übergebt niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen. Zieht eine Vertrauensperson hinzu oder verständigt die Polizei.
Weitere Informationen gibt es bei der Polizeiberatung:
https://www.polizei-beratung.de/aktuelles/detailansicht/schockanrufe-panikmache-am-telefon-legen-sie-sofort-auf/