Falls Inzidenzen steigen, kehrt Maskenpflicht an Schulen zurück

22. Juni 2021 , 13:45 Uhr

Stuttgart (dpa/lk) – Derzeit sinkt die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg – sollten die Infektionszahlen aber wieder steigen, will die Landesregierung die Maskenpflicht an Schulen erneut einführen. Das kündigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Dienstag in Stuttgart an. „Wenn der Abschwung gebrochen ist, müssen wir wahrscheinlich speziell bei der Maskenpflicht in Schulen das wieder ändern“, sagte er. Besonders die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus müsse man beobachten.

Keine Maskenpflicht in Klassenzimmern

Schülerinnen und Schüler können seit Montag an in Baden-Württemberg größtenteils auf eine Maske verzichten. Wenn die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in einer Region unter 35 liegt und es zwei Wochen an der Schule keinen Corona-Fall gab, wird die Maskenpflicht in Klassenräumen aufgehoben. Außerhalb der Unterrichtsräume, also zum Beispiel auf Fluren, müssen Schüler und Lehrer aber weiterhin Masken tragen. Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Freien und auf Schulhöfen entfällt bereits, wenn die Inzidenz unter 50 liegt. Die Bildungsgewerkschaft GEW hält die Aufhebung der Maskenpflicht in den Klassenräumen für voreilig und gefährlich.

Regelbetrieb im neuen Schuljahr

„Wir können nicht ausschließen, dass im Laufe des kommenden Schuljahres wieder Schutzmaßnahmen notwendig sein werden, wenn die Inzidenzen steigen sollten oder Virusmutanten das Infektionsgeschehen verändern“, sagt Kultusministerin Theresa Schopper bereits zuvor. „Dafür sieht die Corona-Verordnung für die Schulen in Baden-Württemberg aber auch entsprechende Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht vor.“ Schopper gab sich aber grundsätzlich optimistisch. Es sei klar, dass die Schulen im Regelbetrieb in das neue Schuljahr starten. „Die Voraussetzungen sind hier besser als im vorherigen Jahr: Die Lehrerinnen und Lehrer sind aufgrund der Vorziehung in der Priorisierung bereits jetzt zu großen Teilen vollständig geimpft, wir haben ein sehr genaues Screening der Corona-Fälle in den Schulen und Testungen sind weiterhin eine vielversprechende Option.“ Die Grünen-Politikerin erinnerte daran, dass Kinder und Jugendliche „solidarisch in vielen Bereichen zurückstecken mussten“. Die Ausbreitung der Delta-Variante behalte man genau im Blick.

Keine Aufhebung der Maskenpflicht

Die Bildungsgewerkschaft GEW hält in diesem Zusammenhang die Aufhebung der Maskenpflicht in den Klassenräumen für voreilig und gefährlich. GEW-Landeschefin Monika Stein sprach sich angesichts des Risikos durch die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus dafür aus, dass Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler bis zu den Sommerferien die Maske weitertragen. „Ich möchte nicht, dass die Präsenz gefährdet wird“, sagte Stein. „Und ich möchte nicht, dass Familien auf engem Raum in Quarantäne leben müssen.“ Die Ansteckungszahlen in den Schulen seien in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Es sei trotz der allgemein sinkenden Inzidenzen fahrlässig, die Erfolge bei der Corona-Bekämpfung aufs Spiel zu setzen.

Aufrüsten mit Luftreinigungsgeräten

Stein argumentierte, es gebe Hinweise, dass Kinder und Jugendliche die Delta-Variante schneller übertragen könnten. Nach den Sommerferien sei voraussichtlich auch der Großteil der Eltern geimpft, auch deshalb sei es sinnvoll, die Maskenpflicht zunächst beizubehalten. Sie forderte die grün-schwarze Landesregierung auf, die Schulen endlich mit Luftreinigungsgeräten auszurüsten. „Das Land muss dafür sorgen, dass die Schulen sicher sind.“ Grün-Schwarz müsse die Kommunen als Schulträger dabei finanziell unterstützen. „Die müssen da endlich aus dem Knick kommen.“

Anzeige

Das könnte Dich auch interessieren

10.03.2026 Deswegen gibt es gerade so viele Schlaglöcher in der Region Region (pm/dk) - Nach den vielen Regenfällen der vergangenen Wochen fallen sie vielerorts wieder auf: Schlaglöcher auf Straßen in der Region. Doch warum entstehen sie gerade jetzt so häufig? Der ADAC Nordbaden erklärt, was hinter den Straßenschäden steckt – und was Autofahrer beachten sollten. 10.03.2026 Ein Patt und viele Probleme: Der steinige Weg zur Koalition Stuttgart (dpa/tk) - Grüne und CDU müssen eigentlich Partner werden in Baden-Württemberg. Aber die Zeichen stehen auf Sturm. Die CDU gibt sich enttäuscht und wütend. Grünen-Wahlsieger Cem Özdemir sieht nicht ein, das Amt des Regierungschefs zu teilen. Ein Mitglied des Landesvorstands spricht bereits von Neuwahlen. 09.03.2026 Amtsteilung im Südwesten? CDU bringt Ministerpräsidenten-Wechsel ins Spiel Baden-Württemberg (dpa/dk) - Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg ist die Lage offen wie selten zuvor: Grüne und CDU kommen im neuen Landtag auf exakt gleich viele Sitze. CDU-Landeschef Manuel Hagel schließt deshalb ungewöhnliche Modelle nicht aus – sogar eine Teilung der Amtszeit des Ministerpräsidenten steht plötzlich im Raum. 09.03.2026 Vorerst kein neuer Oberbürgermeister in Baden-Baden: Stichwahl zwischen Jung und Wischhusen Baden-Baden (dpa/svs) - In Baden-Baden hat es im ersten Wahlgang nicht geklappt. Keiner der acht Kandidaten hat die absolute Mehrheit von über 50 Prozent der Stimmen erhalten, daher geht es in die Stichwahl. Am 22.3. treten die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen nochmals gegeneinander an: Thomas Jung und Lencke Wischhusen. Jung kommt im ersten Wahlgang auf 37 Prozent der Stimmen, Wischhusen auf 31,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 56,6 Prozent.