Südwesten (svs/dpa) – Sie sehen auffällig aus, sind aber alles andere als harmlos: In Baden-Württemberg sind die ersten Japankäfer des Jahres entdeckt worden. Vier Tiere sind in Freiburg in Lockstoff-Fallen gelandet. Die Sorge vor einer weiteren Ausbreitung bleibt groß.
Das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg in Karlsruhe hat bestätigt: In Freiburg sind zum ersten Mal in diesem Jahr wieder Japankäfer gefunden worden.
Insgesamt wurden vier Exemplare des invasiven Schädlings entdeckt. Die Fänge wurden im gleichen Gebiet gemacht wie im Jahr 2025. Deshalb muss das abgegrenzte Gebiet vorläufig nicht erweitert werden, so das LTZ.
Im vergangenen Jahr hatte der Pflanzenschutzdienst dort 31 Japankäfer gefangen.
Nach den Funden im vergangenen Jahr hatten die Landratsämter Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen eine Allgemeinverfügung erlassen. Dabei wurden eine Befallszone und eine weiter reichende Pufferzone ausgewiesen.
In der Befallszone gelten während der Flugsaison von Juni bis September besondere Regeln. Rasenflächen dürfen dort nicht bewässert werden. Grünschnitt darf die Zone nur gehäckselt verlassen.
Außerdem ist es verboten, die oberste Bodenschicht von Bauarbeiten außerhalb der Zonen zu entsorgen. Damit soll verhindert werden, dass Larven in neue Gebiete gelangen.
Der Japankäfer stammt aus Asien und gilt als besonders gefräßig. Laut LTZ befällt er mehr als 400 Pflanzenarten. „Damit stellt er für viele Obstkulturen, Weinreben oder Mais, aber auch für Rosen und Bäume wie Linden oder Hasel eine Bedrohung dar.“ Häufig bleiben von den Blättern nur noch die Gerippe übrig. Die Larven fressen Graswurzeln und können dadurch Wiesen und Rasenflächen schädigen.
Der Japankäfer ist etwa einen Zentimeter groß. Er hat einen metallisch glänzenden grünen Kopf und braune Flügel. Auffällig sind fünf weiße Haarbüschel an jeder Seite des Hinterleibs. Dazu kommen zwei weitere weiße Haarbüschel am Ende des Hinterleibs. Verwechselt wird der Japankäfer laut den Fachleuten oft mit dem Gartenlaubkäfer oder dem größeren Rosenkäfer. Beide sind heimische Arten und verursachen keine nennenswerten Schäden.
Natürliche Feinde gibt es hierzulande nicht. Deshalb ist die Sorge groß, dass sich der Japankäfer weiter ausbreitet. Der amtliche Pflanzenschutzdienst hat in ganz Baden-Württemberg ein Überwachungsnetz aufgebaut. 157 Fallen stehen vor allem in Befallsgebieten, entlang wichtiger Verkehrsachsen und an Risikostandorten. Das Ziel: Japankäfer fangen, bevor sie sich vermehren und dauerhaft ansiedeln können. „Die Chance auf eine vollständige Tilgung ist umso größer, je früher der Japankäfer gefunden wird“, erklärten die Fachleute.
Besondere Aufmerksamkeit gilt jetzt zu Beginn der Urlaubszeit. Der Japankäfer kann auch als „blinder Passagier“ über Reisegepäck eingeschleppt werden.
Deshalb sollten Koffer, Fahrzeuge und Campingausrüstung vor der Rückreise kontrolliert werden. Besonders bei Reisen aus Norditalien und der Südschweiz sollten keine Pflanzen, Erde oder Samen mitgebracht werden.
Wer einen verdächtigen Käfer entdeckt, soll ihn fangen und fotografieren. Nach Möglichkeit sollte das Tier in einem Glas oder einer Box eingefroren werden.
Das Foto soll zusammen mit dem Fundort per E-Mail an diese Adresse geschickt werden:
Pflanzengesundheit-kaefer@ltz.bwl.de
Die Bilder werden ausgewertet. Bei Bedarf werden weitere Maßnahmen ergriffen.