Baden-Württemberg (dpa/dk) – In Baden-Württemberg ist der erste Fall der durch Zecken übertragenen Krankheit FSME in diesem Jahr gemeldet worden. Betroffen ist laut Landesgesundheitsamt ein Patient aus dem Ostalbkreis.
Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) rief angesichts des frühen Saisonstarts erneut zur Impfung auf.
„FSME kann jeden treffen, aber niemand ist schutzlos“, sagte Lucha. Die Impfung sei der beste Weg, sich und andere zu schützen. „Wer sich jetzt impfen lässt, kann den vollen Schutz noch vor der Hauptsaison aufbauen.“
Für einen vollständigen Schutz sind drei Impfungen notwendig.
Nach Angaben des Ministeriums waren 2024 nur rund 17 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen FSME geimpft.
Die Krankheit wird durch Zeckenstiche übertragen. Dabei können sich Hirnhaut, Gehirn und Rückenmark entzünden.
Im Jahr 2025 waren Experten von besonders vielen FSME-Fällen in Deutschland ausgegangen. In Baden-Württemberg wurden 260 Erkrankungen gemeldet – der vierthöchste Wert seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001.
Laut Ministerium schwanken die Zahlen zwar von Jahr zu Jahr, insgesamt sei jedoch ein leichter Anstieg zu beobachten.
Fachleute beobachten außerdem, dass Zecken mittlerweile fast das ganze Jahr über aktiv sind. Sie breiten sich zunehmend auch in kühleren Regionen und höheren Lagen aus.
Die Leiterin des Fachgebiets Parasitologie an der Universität Hohenheim, Ute Mackenstedt, sieht einen wichtigen Grund dafür im Klimawandel.