Mannheim (dpa/svs) – Kurze Schrecksekunde gestern Abend: An der Grenze zwischen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hat die Erde gebebt. Epizentrum des Erdbebens der Stärke 3,4 war Worms, spürbar war es bis nach Mannheim, Ludwigshafen und Weinheim. Passiert ist aber zum Glück nichts, es gibt keine Verletzten.
Das Erdbeben ereignete sich gegen 17.27 Uhr bei Worms in Rheinland-Pfalz. Das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung gab die Stärke zunächst mit 3,3 an, der Landeserdbebendienst Baden-Württemberg mit 3,4.
Der Erdbebendienst Südwest sprach über Katwarn von einem „schwachen Erdbeben“. Demnach könnte das Beben in einem Umkreis von etwa 20 Kilometern rund um das Epizentrum zu spüren gewesen sein. Die ersten Angaben beruhten allerdings auf automatischen Messungen und waren zunächst noch nicht geprüft.
Nach Angaben der Feuerwehr Worms lag das Epizentrum am Stadtrand. Die vom GFZ angegebenen Koordinaten liegen weniger als einen Kilometer von der Autobahn 61 südlich von Worms entfernt. Bis zur Landesgrenze nach Baden-Württemberg sind es etwas mehr als acht Kilometer.
Die Tiefe des Bebens gab das GFZ mit zehn Kilometern an.
Auch bei der Polizei in Worms machte sich das Erdbeben bemerkbar. „Es gab definitiv mehr Anrufe aufgrund der Erschütterung“, sagte ein Polizeisprecher. Eine kleine bis mittlere zweistellige Zahl von Menschen habe sich wegen des Bebens gemeldet.
In einem Wormser Stadtteil fiel zudem ein Baum um. Ob das tatsächlich durch das Erdbeben verursacht wurde, war zunächst unklar.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) erklärte: „es gab keine Personenschäden, es muss sich keiner weiter sorgen“.
Auch im Polizeipräsidium Mannheim waren die Erdstöße zu spüren. Ein Sprecher beschrieb die Situation mit den Worten: „Es war ein bisschen befremdlich.“
Hinweise auf Verletzte oder Schäden gab es auch dort zunächst nicht. Wie weit die Erschütterungen in der Region wahrgenommen wurden, war zunächst unklar.
In Worms selbst wackelten Gebäude für mehrere Sekunden. Einige Betroffene berichteten, sie hätten zunächst gedacht, etwas sei gegen ihr Gebäude gefahren. Auf den Straßen blieb die Lage dagegen ruhig. Manche Menschen hatten das Erdbeben gar nicht bemerkt.
Die Stadt Worms teilte auf Instagram mit: „Spürbare Nachbeben sind in den kommenden Tagen möglich, aber nicht sicher.“
Erdbeben kommen im Südwesten immer wieder vor. Baden-Württemberg ist das seismisch aktivste Bundesland Deutschlands. Im Durchschnitt wird hier etwa einmal im Monat ein Erdbeben wahrgenommen. Die meisten dieser Erschütterungen bleiben allerdings harmlos.
Besonders entlang des Rheins und in den angrenzenden Regionen treten häufiger Erdbeben auf. Dazu gehören unter anderem der Oberrheingraben, das Mittelrheingebiet und die Niederrheinische Bucht.